Das Hotel hatte mich schon beim Einchecken.

Direkt neben dem Empfang in der Lobby gibt es hier eine riesige Fensterfront mit Blick auf den Atlantik aus großer Höhe. (Der Empfang ist hier im 7.Stock)
Wenn man gerade aus dem grauen Deutschen Winter kommt und das das Erste ist, was man sieht, ist es zwar leicht überzeugt zu werden. Aber das Atlantic Mirage Suites & Spa hat noch viel mehr zu bieten.

Das Hotel liegt direkt am Felsen erhöht über dem Meer und bietet daher von fast allen Seiten einen großartigen Ausblick auf den Atlantik und die Felsküste.

Zimmer & Ausblick

Mir wurde ein Zimmer im zweiten Stock zugeteilt. Im Gegensatz zum Nachbarhotel bedeutete das aber nicht, dass ich nur wenige Meter über dem Meer wohnte.
Der zweite Stock ist auch hier noch auf einer gewissen Höhe, da das Hotel nicht bis zum Boden der Klippen gebaut ist.

So ist gewährleistet, dass man auch aus den Zimmern in den unteren Stockwerken noch eine großartige Aussicht auf das offene Meer hat – und das zu jeder Tageszeit!

Die Zimmer selbst sind verhältnismäßig groß (im Vergleich zu anderen Hotels in denen ich zuletzt gewohnt habe), modern eingerichtet und sauber.

Das gilt genauso für das hübsch dekorierte Badezimmer mit den stylischen Waschbecken.
In der Dusche kann man sich bei der Beleuchtung seine Lieblingsfarbe aussuchen.

Das Beste am Zimmer war für mich insgesamt der Ausblick vom Balkon.
Morgens ging die Sonne hinter den Klippen rechts über dem Bollullo Strand auf.
Man konnte langsam den Nebel raufziehen sehen. Direkt unter dem Hotel ist ein Naturpool, der von den Wellen immer wieder mit Wasser gefüllt wird.

Nachts habe ich auf dem ruhigen Balkon gern den Sternenhimmel beobachtet und der Brandung gelauscht. Einmal habe ich dabei eine riesige Sternschnuppe gesehen.

Mittags und tagsüber war es im Zimmer angenehm (kühl). Man sollte beachten, dass dies ein Zimmer mit Meerblick, aber kein Zimmer mit Sonnenbalkon ist.
Ich kann mir aber vorstellen, dass es vor allem in den heißen Sommermonaten ein schöner Rückzugsort ist, wenn es draußen zu heiß ist. Jetzt im Februar war es im Zimmer angenehm (kühl, aber nicht zu kalt).

Das Hotel könnte so auch den Namen Zwei-Jahreszeiten-Hotel haben, da es auf der Zimmerseite mit Meerblick recht schattig ist, während es auf der anderen Seite des Hotels (wo sich auch der Pool befindet) und auf der Dachterrasse (mit Bar und Whirlpools) meistens angenehm warm und sonnig ist.

Der neue Pool und die Dachterrasse gehören zu den besten Dingen im Hotel!

Der Pool ist – wie das gesamte Hotel – ganz neu. Das merkt man. Hier schwimmt man in sehr weichem, klarem und sauberem Wasser.
Die Wassertemperatur ist auch sehr angenehm, so dass man hier im Februar problemlos draußen schwimmen kann.
Das Becken ist zwar nicht sehr groß, aber groß genug, um ein paar kleine Bahnen zu schwimmen. Man kann auch einfach im Pool auf den (Treppen-)Stufen in der Sonne relaxen.
Zur einen Seite schwimmt man auf eine „Wand“ aus kanarischen Pflanzen und Palmen zu.
Dazu der klare, blaue Himmel. Es gibt nicht nur im Februar (fast) nichts Besseres.

Meine anfängliche Befürchtung (bei Betrachtung der Fotos im Internet), dass die Poolumgebung recht laut sein könnte, da sie nur durch eine kleine Mauer von einem Parkplatz und einer (kleinen) Straße getrennt ist, hat sich nicht bestätigt.
Die Straße ist eine Sackgasse und es gibt nahezu keinen Verkehr. Ab und zu parkt ein Auto ein und aus. Man kann hier also ganz in Ruhe schwimmen und Relaxen.

Am Pool und auf der Dachterrasse gibt es auch tagsüber eine Bar.
In beiden Bars läuft (über Lautsprecher) dezent (unterschiedliche und passend zur Tageszeit) Musik. Mal Elektro, Jazz, meist sehr entspannend. Ich fand die Musikauswahl (Playlists) insgesamt sehr gut und gelungen.

Die Dachterrasse

Die Dachterrasse war auch einer der Hauptgründe für meine Auswahl des Hotels.
Und auch sie hat mich nicht enttäuscht. Ganz im Gegenteil.

Zur einen Seite hat man eine fantastische Aussicht auf den Teide. Zur anderen Seite sieht man grenzenlos auf den Atlantik. Eine perfekte Kombination.

Hier kann man es sich auf den Liegen gemütlich machen oder im Whirlpool entspannen.

In der Bar gibt es auch den Barraquito (Kaffeespezialität aus Teneriffa). Zusammen mit der Aussicht ist auch das ein „Träumchen“!

Abends ist die Rooftop-Bar schick beleuchtet. Dort habe ich gern die Atmosphäre genossen und einen Cocktail getrunken. Meine Empfehlung ist der Vertigo-Cocktail mit frischem Ingwer.
Leider schließt die Bar an Wochentagen im Februar schon um 21 Uhr.

Die Lage

Das Hotel ist in recht großer Höhe am Felsen und direkt über dem Meer gebaut.
Es liegt in einer Sackgasse recht ruhig. Zur Promenade von Puerto de la Cruz muss man ca. 20-30 Minuten rauf oder runter gehen. Ein Taxi kostet von der Promenade je nach Wochentag ca. 5-6 Euro oder 6-7 Euro am Sonntag.

Dadurch wohnt man recht ruhig und ist vom örtlichen Touristentrubel ein Stück weit abgeschnitten. Das gefiel mir ganz gut.
In ein paar Seitenstraßen findet man ein paar Bars. Zum Teil auch solche, in denen man mit Einheimischen zusammenkommt. Hier wird abends auch spanische Live-Musik gespielt und eben nicht nur das typische Touristenprogramm, wie unten an der Promenade oder auch in verschiedenen Bars in der Gegend.

Der hübsche Botanische Garten ist nach ca. 10-15 Gehminuten erreichbar.

Zum schwarzen Bollullo Beach dauert es zu Fuß ca. 30-60 Minuten. Je nachdem wie schnell oder langsam man geht. Das ist aber ein sehr schöner Spaziergang durch Bananenplantagen mit Blick auf das Meer und ein paar Geckos sieht man hier auch.

Der Strand ist eins meiner Highlights der Insel gewesen. Im Sonnenlicht glitzert der schwarze Sand besonders kurz vor dem Sonnenuntergang außergewöhnlich schön.

Ein Taxi vom Restaurante Bollullo Beach (oberhalb des Strandes gelegen) kostet ca. 12 EUR zurück zum Hotel (Das kann hilfreich sein, wenn man z.B. die Zeit vergessen hat und in kürzerer Zeit zurück zum Hotel muss.)

Gut ist die Lage auch für Ausflüge mit dem Auto, da die Autobahn nicht allzu weit entfernt ist und man nicht aus dem engen, überfüllten Zentrum von Puerto de la Cruz starten muss.
Vor dem Hotel gibt es Parkplätze, die zwar oft besetzt sind. In den Seitenstraßen findet man aber meist einen Parkplatz.

Das Restaurant und das Essen

Das Hotel kann man ohne Verpflegung oder mit Halbpension buchen. Ich habe mich für eine Reise mit Verpflegung entschlossen. Und das war in dem Fall eine gute Idee. Denn die Restaurants und das Essen sind gut bis sehr gut – mit ein paar (kleinen) Ausnahmen.

Wenn man morgens einen Platz am Fenster „ergattert“ gibt es fast nichts Schöneres. Frisches Obst, Pancakes und dazu diese Aussicht. Mehr kann man sich im Februar nicht wünschen.

Die Auswahl am Buffet ist sowohl beim Frühstück als auch beim Abendessen so wie man sie von 3-4 Sterne Hotels kennt. Müslis, frisches (aber auch eingelegtes) Obst, verschiedene Brot-Sorten, Brötchen und Croissants oder auch Kuchen.

Die gezuckerten eingelegten Früchte brauche ich nicht.
Leider muss man dagegen hier (noch) auf (aktuelle) Frühstückstrends, wie Chiasamen o.ä. verzichten.
Dafür sind die klassischen Speisen (Wurst, Käse, usw.) recht vielfältig vertreten. Das kommt zwar auch nicht auf meinen Frühstücksteller, ist für viele Pauschalurlauber aber wichtig. Und deshalb erwähne ich es hier kurz.

Man kann sich Omelettes zubereiten lassen oder auf andere Eierspeisen zurückgreifen.
Nicht alle Sachen waren dabei nach meinem Geschmack, aber es gab eigentlich immer gute Alternativen.
Normalerweise esse ich morgens gerne Omelette und danach Wassermelonen. Das Omelette fand ich hier nicht so gut und es war wohl leider nicht die richtige Jahreszeit für Wassermelonen.

Aber dafür waren die Pancakes sehr lecker, es gab Blutorangen, reife Kiwis, süße, saftige Orangen und sogar Kakis.
Also habe ich mein Frühstück angepasst. Ein bisschen flexibel muss man halt sein. Wobei ich mich bei meinem nächsten Besuch auch wieder über gute Wassermelonen sehr freuen würde.

Beim Abendessen waren meist auch immer gute und abwechslungsreiche Gerichte dabei.
Der frisch gebratene Fisch hätte für meinen Geschmack manchmal etwas länger auf dem Grill liegen bleiben können.
Am besten hat mir der frisch und genau richtig gebratene Tintenfisch (Sepia) mit „Papas arrugadas“ (Kanarische Kartoffeln mit Salzkruste) und Salat geschmeckt. Auch das ist auch meine Empfehlung für dieses Hotel.

Einmal pro Aufenthalt kann man auch im Cliff-Restaurant essen. Das ist eine Art „Fine-Dine“-Restaurant, das zum Hotel gehört. Hier gibt es kein Buffet. Im Cliff wird ein 4-Gänge-Menu serviert.
Hier sollte man so früh, wie möglich reservieren, da die Plätze sehr begrenzt sind.

Bis zum zweiten Gang dachte ich, dass es zwar ganz nett ist (so abseits vom Besteckgeklapper und der typischen „Hektik“ im großen Pauschalurlaub-Restaurant), aber nichts Außergewöhnliches.
Ab dem dritten Gang änderte sich das:
Das Fleisch der geschmorten Rinderwangen war sehr zart und von hoher Qualität. Dazu war es mit gelbem Süßkartoffelpüree und Gofio-Krümeln (crumble de Gofio) recht hübsch angerichtet.
Gofio ist – wie ich erst nachher erfahren habe – ein typisches Mehl der Ureinwohner Teneriffas.
Das gefällt mir besonders, wenn es auch langdestypische, neue Speisen und Zutaten gibt.
Denn ich gehöre nicht zu den Deutschen Urlaubern, die sich am meisten über Schwäbische Küche in Spanien freuen…

Zum Nachtisch gab es „Sopa de chocolate blanco“ (hört sich besser an als „weiße Schokoladensuppe“) mit rotem Fruchteis, Mandelkrümeln und gefriergetrocknete Himbeere.
Alles in allem war ich sehr zufrieden mit dem Essen im Cliff.

Und das trifft auch auf das gesamte Hotel, die Zimmer, das Essen, die Aussicht und natürlich die Dachterrasse zu.

Zu beachten / Anmerkungen:

  • Der Kaffee bzw. Espresso beim Frühstück– sagen wir es nett – ist sehr gewöhnungsbedürftig. Auf der Dachterrasse ist der Cafe solo (Espresso) dagegen sehr gut, aber nicht im Preis enthalten.
    Wäre nicht schlimm, wenn man den gleichen auch unten beim Frühstück servieren würde.
  • Auf den Zimmer-Balkon kommt nahezu nie die Sonne.
  • Badewäsche trocknen ist hier somit etwas schwierig.
  • Die Betten sind sehr groß und gut. Aber nur auf recht dünnen, nicht allzu stabilen Kunststoffsäulen gebaut. Es ist leider keine robuste Bettkonstruktion, aber grundsätzlich ok.
  • Der Safe ist groß und gut nutzbar, kostet aber 18 EUR extra in der Woche.
  • Der Kleiderschrank ist groß und geräumig. Mein Schrank roch leider innen nach Putzmittel oder einem Duftbaum. Daher habe ich meine Kleidung an anderer Stelle im Zimmer gelagert. Das war für mich aber kein Problem.
  • Insgesamt wird hier gern geputzt. Mir war der Geruch des Reinigungsmittels (auf dem Flur und manchmal im Zimmer) etwas zu intensiv. Aber das liegt vielleicht auch an mir…
  • Es gibt eine Mikrowelle und Tassen, sowie Wasserkocher im Zimmer.
    Man kann sich also zu jeder Tageszeit einen Tee, Kaffee oder andere Heißgetränke machen.
  • Die Bali-Betten auf der Dachterrasse sind leider etwas durchgelegen. Aber die „normalen“ Liegen sind ok und so bin ich darauf ausgewichen.
  • Der Atlantik kann manchmal ein bisschen lauter werden, wenn er unter dem Hotel schroff gegen die Klippen rauscht.
    Die Zimmer sind aber ziemlich gut isoliert, wenn die Türen geschlossen sind. Daher hat mich das Geräusch nicht gestört. Ganz im Gegenteil habe ich es auf dem Balkon abends immer sehr genossen.