Kärnten ist Österreichs südlichstes Bundesland und grenzt an das Salzburger Land und die Steiermark.

Mit Slowenien und Italien ist Kärnten an den Außengrenzen verbunden.
Für Durchreisende ist es auch ein beliebter Zwischenstopp auf dem Weg nach Kroatien.

Hauptstadt Klagenfurt am Wörthersee

Viele Reisende zieht es bei einem Kärnten-Trip nach Klagenfurt.
Klagenfurt ist Kärntens Hauptstadt und mit gut 100.000 Einwohnern die sechsgrößte Stadt der Alpenrepublik.

Noch wichtiger ist aber, dass Klagenfurt am Wörthersee liegt und daher ein beliebter Ort für einen Badeurlaub ist.

Nach einer langen Fahrt erreiche die Stadt spät abends ohne mich vorher um ein Zimmer gekümmert zu haben. Ich dachte das wäre in so einer bekannten Touristenstadt kein Problem.
Das war am Ende aber alles andere als eine gute Idee.
Kärnten ist nicht so international wie Salzburg oder Wien und die Low-Budget-Unterkünfte sind früh geschlossen oder ausgebucht.

Bei der örtlichen Jugendherberge geht keiner ans Telefon.
Bei einem weiteren Hostel im Zentrum steht die Tür zwar offen. Aber niemand ist da, der mir weiterhelfen kann.
Ich überlege, ob ich mich hier im Foyer niederlassen oder im Auto schlafen soll, finde dann aber doch noch eine halbwegs günstige Pension.

Die Nacht ist dann zum Glück besser geworden als befürchtet.
Das Bett war recht bequem und das Frühstück gut.

Sehr kurze Stadtbesichtigung am Lindwurmbrunnen

 

Gestärkt und ganz gut ausgeruht, mache ich mich danach auf zu einer kleinen Stadtbesichtigung.

An den beiden Tagen an denen ich Klagenfurt in diesem Sommer besuche ist nicht viel los.

Der hübsche kleine Stadtkern ist relativ ausgestorben.
Ein paar Touristen machen Fotos vom Lindwurmbrunnen, dem Wahrzeichen der Stadt.

Die meisten Menschen sind zu dieser Zeit aber lieber – und verständlicherweise – am See.
Und das wird kurz darauf auch mein Ziel.

In erster Linie gilt das für den Wörthersee.
Er ist einer der bekanntesten Österreichischen Seen und beeindruckt wirklich durch seine blaue-türkise Farbe.

Pyramidenkogel

 

Das lässt sich vor allem von oben gut beobachten.
Dazu gibt es seit ein paar Jahren einen ziemlich spektakulären Aussichtsturm oberhalb des beliebten Badesees.

851 Meter über der Adria steht seit 2013 der neue Aussichtsturm mit dem Namen Pyramidenkogel.

Eine lässige Konstruktion von der man einen grandiosen 360-Grad-Panorama-Blick über den gesamten Wörthersee und die umliegenden Berge bekommt.

Von hier sieht man ganz besonders gut, wie sich die Farben des Sees von dunklem blau in der Mitte mit dem hellen türkis-grün an den Seiten mischt.

Dieser Aussichtsturm ist eine absolute Empfehlung und kann am besten an einem sonnigen Tag oder vielleicht noch besser kurz vor Sonnenuntergang besucht werden.

Auf die ca. 70 Meter hohe Aussichtsplattform gelangt man mit einem Aufzug oder über eine Wendeltreppe.
Beide Wege führen auch wieder nach unten, wenn man nicht die Speed-Rutsche nehmen möchte.
Mit ca. 4 EUR Extrakosten ist diese nicht ganz so günstig für das kurze, aber lohnenswerte Vergnügen.

 

Nachdem ich genug von der Aussicht habe und die Hitze mittags immer mehr durchsticht, freue ich mich auf ein Bad im kühlen See.

Eigentlich sollte mich mein Weg direkt wieder herunter zum Wörthersee führen.

Einmal falsch bei den Serpentinen abgebogen, befinde ich mich kurz darauf aber an einem anderen See.

Keutschacher See

Der Keutschacher See befindet sich auf ca. 500 Meter über dem Meer, ist bedeutend kleiner, aber nicht weniger schön als der Wörthersee.

Hier gibt es ein kleines Strandbad (Eintritt kostet) und man badet neben dem Schilf in flachem grünem Wasser.
Am Keutschacher See sind mehr Einheimische und weniger Touristen zu finden.
An diesem ruhigen, kleinen Ort relaxe ich eine Weile bevor ich dann doch noch schnell in den Wörthersee springen möchte.

Wörthersee

Schließlich bin ich doch wegen dem bekannten und beliebten See hauptsächlich hier.

Leider ziehen schon auf der Fahrt nach unten zum See Wolken auf.

Als ich das alte mondäne Strandbad betrete, kommen mir die meisten Besucher schon entgegen.
Das ist auf der einen Seite gar nicht so schlecht, da es dann nicht so voll ist.

Auf der anderen Seite kühlt es schnell immer weiter ab und die Sonne verzieht sich fast ganz hinter den Wolken.
Das hatte ich mir eigentlich anders vorgestellt und bin ein bisschen enttäuscht.
Trotzdem lasse ich es mir nicht nehmen in dem großen, klaren See ein wenig zu schwimmen.

Durch den aufkommenden Wind herrscht schon ein ziemlicher Wellengang.
Der See scheint mir von dem großen Holzsteg, der weit ins Wasser geht, schon fast wie ein kleines Meer.
An dieser Stelle ist er ganz anders im Vergleich zu dem ruhigen, türkisen Wolfgangsee im Salzkammergut.

Häufiger Wetterumschwung mit Gewitter und Sunset

Das Wetter dreht nun richtig schnell.

Während es gestern bei meiner Ankunft und auch an diesem Mittag noch extrem heiß war, liegt nun sogar ein Gewitter in der Luft. Und das hat es später in sich.

Schnell verlasse ich nach nur knapp zwei Stunden das Strandbad wieder, da der erste leichte Regen einsetzt.

Später wird es noch einmal sonnig.

Ich fahre noch einmal um den See halb herum, um den Sonnenuntergang vom Pyramidenkogel anzuschauen. Das ist ein grandioses Spektakel und kann ich nur jedem empfehlen.

Kaiserschmarrn auf der Seeterrasse vom Hotel Linde

Danach halte ich kurz in Maria Wörth, um etwas zu Abend zu essen.

In dem kleinen Ort mit der namensgebenden Kirche aus dem 9. Jahrhundert kann ich die Seeterrasse vom Hotel Linde sehr empfehlen.

Hier sitzt man (mit etwas Glück) direkt am Wasser und kann die Spezialitäten des Hauses auch genießen, wenn man hier nicht Hotelgast ist.

Ich entscheide mich für einen Kaiserschmarrn. Und das ist eine fast noch bessere Entscheidung.
Man bringt mir eine große Pfanne mit der bestellten Süßspeise und dazu wird Zwetschkenröster serviert.

Auf die Frage, ob das alles für mich ist, antwortet die junge Bedienung charmant: „Jo, sie meinen’s hier gut  mit einem!“
Und Recht hatte sie. Gut war’s gemeint. Und gut hat’s auch geschmeckt. Sehr gut sogar!

Unruhige Nacht im Hostel

Nach dem sonnigen und ruhigen Abend am See, änderte sich die Lage zu später Stunde wieder komplett.

Nachts in meinem Hostel geht ein krachendes Gewitter herunter, wie ich es davor und danach selten erlebt habe.

Tiefes lautes Donnern, dass sein Echo scheinbar in den Bergen findet und umso lauter zurückkracht, hält mich die halbe Nacht wach.
Genauso wie der betrunkene Arbeiter, der beim „Großen Fest der Volksmusik“ oder einem ähnlichen Event, dass in den kommenden Tagen hier stattfinden wird, beim Aufbau hilft.

Erst war ich sehr erfreut, dass mein 4er Zimmer nur mit mir belegt zu sein schien.

Später gesellte er sich aber noch zu später Stunde dazu als ich schon schlief. Erst polterte er mit dem Mülleimer, verschob aufgrund seines alkoholisierten Zustands den Holztisch im Zimmer und schlief danach eine gute Stunde auf der Toilette.

Das sind Highlights, die man sich lieber nicht wünscht, wenn man an den Tagen davor schon wenig Schlaf bekommen hat.

In einem Hostel ist es aber wie mit der berühmten Pralinenschachtel: Man weiß nie, was oder wen man bekommt… Und günstig übernachten kann so auch gern mal zu einer schlaflosen und nervigen Angelegenheit werden.

Am nächsten Morgen geht es ziemlich unausgeschlafen zurück Richtung Salzburg.

Grausame Fahrt zum Weißensee

Ich will aber unbedingt vorher noch zum Weißensee.
Er ist der höchste der großen Bergseen in Kärnten und liegt 930 Meter über der Adria.

Vom Weißensee existieren Fotos mit einem so kristallklaren türkisblauen Wasser. Das Wasser ist so klar, dass ein Boot darauf zu schweben scheint. (Das Bild könnt ihr gern mal mit meinen Fotos vergleichen…)
Es hat etwas von Karibik.

Die Fahrt zum etwa 100 km entfernten See dauert normalerweise ca. 1 ½ Stunden.

Der Wörthersee liegt auf 439 Meter über dem Meer und der Weißensee etwa 500 Meter darüber.

Leider ist es an diesem Tag nicht mehr annähernd so sonnig, wie an den Tagen zuvor.
Die Wolken überziehen heute schon morgens den gesamten Himmel.

Und trotzdem hoffe ich darauf, dass es am Weißensee vielleicht doch ein wenig freundlicher ist und ich doch noch kurz in dem glasklaren See baden kann.

Um es abzukürzen: Noch in der Flachebene setzt irgendwann leichter Regen ein, Internet habe ich noch keins am Handy und so bleibt mir eine Vorschau auf den See über eine Webcam oder den Wetterbericht vielleicht, verwehrt.

Also mache ich mich mutig auf den Weg und fahre mittenrein in ein beeindruckendes Unwetter.
Auf dem Hinweg hält sich der Regen noch in Grenzen und es blitzte immer mal wieder die Sonne durch. Ich wusste ja, wie schnell das Wetter gestern gedreht hat. Sonst hätte ich vermutlich schon früher umgekehrt.

An Parkplatz vom See angekommen ist das Wetter aber in einen Dauerregen übergegangen. Mir ist auf der Fahrt kalt geworden und der See glitzert nicht in hellem Türkis, sondern begrüßt mich in aufgewühltem dunkelblau.

In der Seehütte im Restaurant bestelle ich erstmal einen heißen Tee (im Hochsommer).

Der Wirt fragt mich: „Tu ma a bissi wondern?“

Und ich denke: „Na… Tu ma uns a bissi ärgern und bald wieder umkehren…“ Erläutere es ihm aber bedeutend freundlicher.

Es bleibt dann tatsächlich bei dem Indoor-Aufenthalt in dem alten Gasthaus.
Ich will mich noch etwas ausruhen, da die Nacht kurz und die Anreise anstrengend war – und weiß da noch nicht mal, was mich auf dem Rückweg erwartet.

Ich bestelle noch einen doppelten Espresso und fahre wieder los.

Nach kurzer Zeit setzt zu dem Dauerregen ein Gewitter ein. Donner und Blitze sind durch das Bergdickicht schwer zu sehen, aber gut zu hören.

Dafür tauchen kurz darauf vor meiner Windschutzscheibe dicke Hagelkörner auf und prasseln nur so auf das Auto herunter.

Die Sicht wird jede Minute schlechter und die engen Serpentinen werden immer schwieriger zu fahren. Kurz darauf schwimmen kleine Bäche vor mir über die Fahrbahn.

Ich könnte durchdrehen, weil die Fahrt immer schwieriger und kein Ende in Sicht ist.
Anhalten sollte ich, kann aber nicht, da ich nur wenige Stunden später einen wichtigen Termin in Salzburg habe – und auch ohne Donner, Blitz und Regen schon viel zu spät dran bin.

Irgendwann nach vermutlich einer halben Stunde, die sich aber anfühlt wie drei, komme ich aus der Abgeschiedenheit an einem kleinen Supermarktparkplatz an.
Hier halte ich kurz, meine Hände zittern ein wenig und ich bin froh, dass ich da unbeschadet raus bin.

Wenige Minuten später fahre ich weiter und freue mich, als es aufzieht und der große Teil der weiteren Fahrt trockener und ungefährlicher verläuft.

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