Intro:

Citytrip durch Rio de Janeiro

Wohl kaum ein Reiseziel hat einen solchen Klang wie Rio de Janeiro.

Die Megametropole an der Copacabana gilt als eine der schönsten Städte der Welt und als Sehnsuchtsort für viele Traveller.

Denkt man an Rio, denkt man an die Leichtigkeit des Lebens, Beach- und City-Life, Caipirinha und die Rhythmen des Bossa Nova.

Zurecht oder vielleicht doch nicht?

Denn die Stadt zählt nicht nur zu einer der schönsten, sondern auch zu einer der gefährlichsten Metropolen der Welt.

In der verklärten Erzählung von Zuckerhut, leichtem Leben an der Copa Cabana und den brillantesten Ballkünstlern des „Joga Bonito“ vergisst man oft, dass in Brasilien auch viel Gewalt und Armut herrscht.

Das gilt vor allem für die Favelas, in denen sich die Menschen – oft schon Kinder – mit Drogenhandel ihr Leben finanzieren oder Bandenkriege überhaupt überleben müssen.

Der Film „City of God“ zeigte mir vielleicht nicht zum ersten Mal, aber am deutlichsten, dass es sich bei der Brasilianischen Metropole nicht nur um den Traumort handelt, der durch seine Leichtigkeit und das Lied „Girl from Ipanema“ so bekannt und beliebt ist.

Natürlich ist Rio in eine der schönsten Landschaften eingebettet.
Der Zuckerhut, die Strände und die Berge drum herum sind unfassbar schön.
Vor allem auf den Stadtbergen Corcovado und Zuckerhut kann man atemberaubende Sonnenuntergänge über der Stadt erleben.

Wieder unten angekommen in der dichten Metropole, erstickt die Stadt aber genauso im Verkehr und ist stellenweise sehr chaotisch.
Die Einwohner, wie Touristen sind auch oft der Gefahr von Überfällen und Raub ausgesetzt, da hier vermutlich doch nicht alles so schön ist, wie der Schein.

Dennoch oder vielleicht gerade deshalb ist es ein außergewöhnlich spannendes Reiseziel.
Denn beim Reisen geht es ja nicht (nur) um den perfekten Party- oder Badeurlaub, sondern auch darum sich mit anderen Ländern oder anderen Kulturen auseinanderzusetzen. Mir zumindest. – Eine Annäherung.

Die interessantesten Sehenswürdigkeiten von Rio de Janeiro

Best Building in schönster Natur

Parque Lage mit Palast

Der Parque Lage gehört zu den schönsten Parks von Rio de Janeiro.
Er liegt am Fuße des Corcovado. Von hier kann man auch zur Spitze des Corcovado und zur riesigen Jesus-Statue zu Fuß losstarten. Der Aufstieg erfolgt über einen nicht besonders schweren Wanderweg.
Nur an einer Stelle muss man ein wenig klettern, kann sich dabei aber an einer vorinstallierten Kette festhalten.

 

Der Park selbst ist aber bereits eine Attraktion und sollte nicht nur als Startpunkt einer Wanderung gesehen werden.

Hier befindet sich ein Steingarten mit künstlich angelegten Höhlen, Seen und kleinen Brücken.
Das bekannteste Bauwerk des Parks ist der Palast Parque Lage, die Nachbildung eines Palazzo Romano.

Dort untergebracht sind die Escola de Artes Visuais (School of Visual Arts) und ein Café in dem man perfekt Frühstücken kann.
Herrlich ist es hier morgens, wenn die Sonne langsam in den Innenhof durchkommt an den überdachten Seiten, wo sich die Tische des Cafés befinden.
Hier wird man von einem angenehmen Schatten vor den heißen Sonnenstrahlen geschützt und kann trotzdem das Palast-Ambiente, die Natur und die Aussicht auf den Corcovado genießen.

Der Palast Parque Lage war schon in unzähligen Filmen Kulisse.
Bekannt wurde er einem breiten Publikum 2002 auch durch das Musik-Video von Snoop Dogg und Pharrell Williams zum Song „Beautiful“.

Die meisten Jungs bekommen übrigens spitze Ohren, wenn sie hören, dass es von dem Video noch eine zweite Version gibt. Und zwar eine Version, in dem die Damen noch weniger tragen als bei dem ohnehin schon recht freizügigen Material des veröffentlichten Clips.

Ähnlich spitz werden die Ohren da auch bei vielen Feministinnen. Allerdings aus weniger euphorischen Gründen…

Ob es dieses Video aber überhaupt in der Nacktversion gibt, ist dagegen nicht ganz klar.

Und diese Anekdote sollte auch nicht die Schönheit des Parks und der Natur drum herum überlagern.

In der Nachbarschaft vom Parque Lage, rund einen Kilometer entfernt, befindet sich auch der Jardim Botanico.

Pflanzenvielfalt und Palmen-Alleen

Jardim Botanico

Der Jardim Botanico ist ein ähnlich schöner Park, wie der Parque Lage.
Allerdings mit 140 Hektar fast dreimal so groß wie der benachbarte Park.
Nach dem Jardim Botanico wurde sogar der ganze Stadtteil benannt.

Man betritt ihn durch eine Palmen-Allee und findet dahinter eine außergewöhnliche Anzahl von exotischen Gewächsen, Teiche mit Wasserpflanzen und hübsche Brunnen.

Insgesamt beherbergt der Botanische Garten ca. 6500 Pflanzenarten. Davon auch einige vom Aussterben bedrohte.

Sogar ein Treibhaus mit fleischfressenden Pflanzen befindet sich hier.
Bei meinem Besuch fand aber leider keine öffentliche Fütterung statt.

Und immer wieder grüßt die Jesus-Statue von der Spitze des Corcovado beim Durchschlendern des Jardim Botanico.

Hier sollte man sich Zeit nehmen, denn es gibt viel zu sehen und die Wege sind recht lang.

Bei meinem Besuch haben mir nur die Vogelstimmen gefehlt.
Bei einer solchen Pflanzenvielfalt hätte ich auch mit einigen Tieren gerechnet.
Ich weiß nicht, ob es am brasilianischen Winter lag oder an der lauten, viel befahrenen Straße an einer Seite des Parks. Aber für meinen Geschmack war es dort etwas zu ruhig.
Abgesehen vom Verkehr, den man an der ein oder anderen Stelle recht deutlich hören konnte.

Trotzdem ist der Botanische Garten ein Besuch wert.

So nah war man Jesus noch nie

Corcovado mit riesiger Jesus-Statue

Der Corcovado ist zusammen mit dem Zuckerhut der bekannteste Berg von Rio de Janeiro.
Unterscheiden lassen sich die beiden am besten dadurch, dass der eine der Berg mit der Jesus-Statue ist. Und der andere der Berg mit dem besten Blick auf den Berg mit der Jesus-Statue ist.

Das hört sich jetzt noch komplizierter an, kann aber eine Gedächtnisstütze sein, wenn man den umständlichen Satz etwas klarer in seinem Kopf ordnet.

Geordnet geht es da oben übrigens nicht zu.
Vor der riesigen Jesus-Statue herrscht ein großes Gedrängel. Jeder möchte ein „Selfie mit Jesus“ machen. Manche mit allen Freunden oder der ganzen Familie.
Andere legen sich auch auf den Boden. Nicht um (wie Papst-typisch) diesen zu küssen, sondern um die überdimensionale Statue vollständig auf’s Bild zu bekommen.
Der Platz auf dem kleinen Bereich unter der Statue ist für beides aber eigentlich nicht geeignet. Das stört aber die wenigsten in ihrem Sturm und Drang das schönste Foto machen zu wollen.

Das Beste hier oben war für mich daher die Aussicht auf und der Panorama-Blick über Rio de Janeiro.

Über die Lagune und die Copa Cabana blickt man auf’s tiefblaue, offene Meer und ein paar kleine, vorgelagerte Inseln.

Für diesen Blick lohnen sich das Gedränge (das auch nicht an jeder Stelle da oben so stark ist) und der Aufstieg in jedem Fall.

Hier oben gibt es auch ein Ausflugscafé und Restaurant. Dort geht es meist etwas ruhiger zu, wenn man einen Platz unter den grünen Sonnenschirmen ergattert.

Wie kommt man rauf?

Auf den Corcovado gelangt man über unterschiedliche Wege.
Man kann die historische Bahn oder den Bus nehmen.

Die historische Bahn ist etwas teurer und man muss u.U. auch anstehen, um hier einen Platz zu bekommen.
Man kann den Corcovado aber auch zu Fuß besteigen.
Das ist etwas beschwerlicher, aber machbar.
Einstiegspunkt ist – wie oben schon beschrieben – der am Fuß gelegene Parque Lage.

Durch die vielen Bäume ist man auf dem Weg meist vor der Sonne etwas geschützt.
Die Luftfeuchtigkeit dringt natürlich trotzdem auch durch die tropischen Bäume noch durch. Und daher sollte man sich recht leichte Kleidung anziehen oder mindestens ein zweites T-Shirt für das Selfie am Gipfel mitnehmen.

Hat man das längste Stück durch den Wald geschafft, kommt man auf einer geteerten Straße aus.
Von hier ist es bis zur Spitze nicht mehr weit. Jesus leitet in dem Fall im wahrsten Sinne den Weg.

Unterwegs hat man Stadtauswärts auf der anderen Seite sogar einen Blick bis zum Maracana-Stadion.

Zu anderen Seiten geht der Blick u.a. aufs Meer, Richtung Copacabana, Ipanema und natürlich den Zuckerhut.

Best Beaches in town

Die Strände Copacabana, Ipanema und kleine unbekannte Buchten

Rio wäre natürlich „nichts“ ohne seine Strände.
Seinen Weltruhm errang die brasilianische Metropole vor allem durch die Copacabana und Ipanema.

Beide Strände wurden in Welthits besungen und gehören zu den Sehnsuchtsorten vieler Menschen.
Größtenteils zurecht. Mir hat die Atmosphäre hier besonders am Abend gefallen, wenn die Sonne untergeht und der Himmel seine Farben wechselt.

Dazu spielten an der Copacabana ein paar Leute Strandfußball und am Ipanema ein Straßenmusiker auf der Steel Pan. Beides magische Momente, die für mich zu den besten in Rio gehörten.

Ganz schön klischeehaft, werdet ihr denken. Und das ist richtig. Aber Klischees entstehen ja oft auch aus positiven Situationen.

Da ich nicht im „brasilianischen Sommer“, sondern im Juli im „Winter“ in Rio war, war das für mich kein klassischer Badeurlaub.
Im Meer war ich tatsächlich auch leider überhaupt nicht schwimmen.
Das lag zum einen an den recht kühlen Wassertemperaturen, aber vielmehr noch an einer starken Grippe, die ich mir leider aufgrund von verschiedenen Umständen eingefangen hatte.
(Schwierige, anstrengende Anreise, klimatische Verhältnisse und Aircondition).

Etwas irritiert haben mich an der Copacabana, die schon mal als schönster Strand der Welt bezeichnet wird, eine Tankstelle und die vielbefahrene Straße. Das nimmt dem Ganzen ein wenig von der Idylle, gehört aber auch andererseits wieder zu Rio dazu.
Und manch in die Jahre gekommene Hochhäuser an der Promenade tragen auch nicht unbedingt zur Verschönerung des Strandes bei.

Der Verkehr ist hier dazu an beiden Stränden – wie in ganz Rio – ein eher lästiger Begleiter.
Oft ist es bedeutend angenehmer und sogar schneller am Strand die geplante Wegstrecke zu gehen, statt von A nach B mit dem Bus oder Auto zu fahren. Man sitzt gefangen in dem überfüllten und stickigen Bus während Menschen gemütlich mit Flipflops an einem vorbeischlendern.
Denn Stop and Go reimt sich nicht nur auf Rio, sondern ist hier oft traurige Realität. – Wenn es dann überhaupt mal voran geht.

Ein Spaziergang am Strand und an den langen Promenaden lohnt sich am meisten am Abend wenn der Verkehr weniger geworden ist.
Am liebsten natürlich im Sand mit nackten Füßen. Und das geht natürlich auch tagsüber schon sehr gut.

 

Zu empfehlen sind auch verschiedene Rooftop-Bars über einzelnen Hotels an der Copacabana.
Von hier hat man bei einem Drink einen spektakulären Blick über die Bucht und auf das offene Meer!

Beeindruckend ist auch der Copacabana Palace, ein Luxushotel direkt am Strand.

Ob Ipanema oder Copacabana der schönere Strand ist, darüber scheiden sich die Geister.

Es gibt an verschiedenen Stellen in Rio auch kleinere, weniger gefüllte und ruhigere Buchten.
Für einen entspannten Tag eignen sich diese vielleicht sogar besser als ihre berühmten, großen Pendants.

Unerwartet entspannender Ort

Forte de Copacabana

Das Forte de Copacabana ist eine Militärbasis am südlichen Ende der Copacabana in Rio de Janeiro.

Es ist öffentlich zugänglich und hier erhält man einen ganz anderen Blick auf den bekannten Strand und die Skyline der Metropole.

Die Festung wurde erst 1914 fertiggestellt und ist noch im Einsatz.

Hier kann man die Aussicht auch in einem Outdoor-Café genießen. Oder man setzt sich am anderen Ende des Fortes auf die Steine und lässt sich den frischen Wind abseits der Metropole um die Ohren wehen.

Man ist hier so nah an der Megacity und doch findet man einen stillen Platz ohne (Auto-)Lärm.
Hört sich bei einer Militärfestung komisch an: Es ist aber ein sehr guter Ort zum Entspannen vom hektischen Treiben der Metropole.

Größter und buntester Straßenkarneval der Welt

Karneval und Sambódromo

Der Karneval in Rio de Janeiro ist der größte Straßenkarneval der Welt.
Für viele Cariocas ist er sogar Lebensmittelpunkt und der sinnstiftende Teil ihres Daseins.

Sie bereiten sich teilweise das ganze Jahr auf das weltbekannte Fest vor.
Es werden die schönsten Kostüme und größten Wagen designt und gebaut, die dann zum Höhepunkt des Karnevals im Sambódromo vorgeführt werden.

Der Straßenkarneval in Rio ist eins der opulentesten und farbenprächtigsten Feste, die es gibt.
Und er ist genauso Klischee bildend für Rio, wie die Berge und Strände.

Die Bilder von üppigen, überdimensionalen Kostümen, feiernden und glücklichen Menschen gehen von hieraus aus dem sommerlichen Rio de Janeiro im Februar meist um die ganze Welt.

Im brasilianischen Winter muss man dagegen schon genau wissen oder dranschreiben, dass hier der größte, bunteste und vermutlich schönste Karneval der Welt stattfindet.

An dem Tag, an dem ich diese bekannten Ort besuche, ist hier nämlich alles grau in grau.
Die alten Steintribünen sind im gleichen tristen Farbton, brökeln vor sich hin und man braucht schon viel Phantasie, um sich vorzustellen, das hier das farbenfrohe Fest über die Bühne geht.

Die Tribünen gleichen denen von Fußballstadien aus den 1960ern, die ihre Zeit lange hinter sich haben oder bereits abgerissen sind.

Noch wilder sind die Straßen um das Sambódromo herum, wo alte nicht mehr gebrauchte Wagenstücke, andere Überbleibsel – einfach ausgedrückt – der ganze übriggebliebene Müll neben der Fahrbahn unter Autobahnbrücken ungenutzt herumliegt und vergammelt.

Die beeindruckenden bunten, in die Welt überlieferten Bilder, erhalten hier leider einen faden Beigeschmack.

Armutstourismus oder Unterstützung für die ärmsten der Ärmsten?

Favela-Partys

Bei Touristen sind auch immer wieder Favela-Partys beliebt.
Sie werden sogar von Hostels organisiert. Und Busse werden aus der Stadt in die Hügel gefahren, um dort über den Dächern der Metropole in den „Armutsvierteln“ ausgiebige Partys zu feiern.

Auch wenn ich mir selbst keine dieser Partys angeschaut habe, halte ich solche Events für fragwürdig.
Es bringt natürlich Touristengeld in die ärmsten Gegenden der Stadt.
Die Frage bleibt aber, wer das Geld am Ende bekommt. Und die Gefahr besteht, dass einige Traveller nur an „Elendstourismus“ interessiert sind und den Kick des Gefährlichen suchen.

Wie angenehm es außerdem für die Bewohner ist, an vielen Tagen in der Woche bis tief in die Nacht laut feiernde Touristen vor den nicht besonders gut isolierten Haustüren zu haben, ist eine weitere Frage, die gestellt werden kann und sollte.

Und das alles nur um sich selbst zu berauschen, ein bisschen Nervenkitzel zu fühlen, da den Favelas auch immer etwas Anrüchiges und gefährliches anhängt. Um zurück in der Heimat zu erzählen, was man für ein Teufelskerl ist dort zu feiern…
Die Betonung auf Teufel dürfte in dem Fall zwar richtig sein, ansonsten ist dabei aber vermutlich eher weniger richtig.
Ausnahmen mag es geben, wenn es gelingt niemanden zu stören und die Favela-Bewohner dadurch mit Euros oder Dollars zu unterstützen.

Bekanntester Berg und best Sunset

Sonnenuntergang am Zuckerhut

Mein Highlight neben dem Steel Drum Player in Ipanema!

Der Sonnenuntergang vom Zuckerhut war für mich der Höhepunkt* meiner Reise nach Rio de Janeiro.

Man fährt mit der Seilbahn auf den Gipfel und von dort zur Aussichtsplattform.

Hier sollte man unbedingt rechtzeitig ankommen. Denn das Gedrängel um die besten Plätze ist hier nicht unbedingt weniger als vor der Jesus-Statue am Corcovado. Es weicht aber einer staunenden Ruhe, wenn die Sonne hinter den Bergen verschwindet, der Himmel die Farben wechselt und die Lichter der Stadt angehen.

Ein atemberaubendes Spektakel und ein Must, wenn man in Rio ist!

 

Wer nicht nur zum Sonnenuntergang auf den Zuckerhut kommt, kann sich auch am Tag schon an der Aussicht berauschen.
Hier hat man vielleicht das beste Panorama der Metropole.

Die Seilbahn bringt einen auf zwei unterschiedliche Berg-Ebenen.
Auf der Hälfte muss man umsteigen, um zum Gipfel zu gelangen.

Die Seilbahn ist dem ein oder anderen vielleicht auch noch bekannt aus James Bond Film Moonraker mit dem „Beißer“.

Er verfolgte mich glücklicherweise nicht und die Fahrt kam mir auch kürzer vor als die nicht enden wollende, endlos scheinende Jagd mit der Seilbahn im Bond-Film von 1979.

Die Szene schien ewig und die Höhe riesig.
Da hat Hollywood einmal mehr ganze Arbeit geleistet. Denn beides kam mir nicht so vor.
Dort schien die Seilbahn auch nicht auf der Hälfte getrennt, obwohl sie schon immer seit der Erbauung im Jahr 1912/13 in zwei Sektionen geteilt war.

Anfang der 1970er wurde die Seilbahn erneuert. Und auch die Kabinen wurden immer wieder ersetzt.

Heute fahren sehr große und moderne Gondeln rauf zum Zuckerhut und bringen die vielen Gäste sehr komfortabel und angenehm ruhig an ihr Ziel.

Die alten Gondeln lassen sich auf der Zwischenstation aber auch noch begutachten.

Oben am Zuckerhut auch kann man durch einen Naturpark mit kleinen Äffchen schlendern und die Aussicht genießen.

Rios Nachtleben ist berüchtigt

Where the Party at?

Rooftop-Bars an der Copacabana

Es gibt ein paar Dachterrassen an der Copacabana, wo man perfekte Abende in den Rooftop-Bars verbringen kann.

Ausgehviertel Lapa

Das Ausgehviertel Rios ist aber zweifellos Lapa.
Hier reiht sich eine Bar an die andere und das ausschweifende Nachtleben treibt hier so manche Blüten hervor.

Mobiler Pop-Up-Club
Nur zufällig und mit viel Glück habe ich den Deutschen WM-Sieg 2014 in einem „mobilen Pop-Up-Club“ in der Menge vieler Brasilianer und anderer internationaler, weltoffener Menschen gefeiert.

Dieser unscheinbare Platz in der Nähe vom Jardim Botanico, der tagsüber nicht den Anschein eines Ortes machte an dem man ausgelassen feiern konnte, verwandelte sich zu später Stunde in einen der besten „Open-Air-Clubs“ in dem ich je war.

Am Abend erschien hier plötzlich ein mobiler DJ-Wagen mit Plattenspieler und riesigen Boxen. Und mit ihm kamen unzählige junge Brasilianer, mobile Caipirinha-Bars in Form von Menschen mit einem Bauchladen. Und fertig war die perfekte Party-Stelle.

An der Copacabana soll zur gleichen Zeit ein ehemaliger Deutscher Comedian (namens Oliver Pocher) in Ballermann-Manier mit Deutschen Fans ebenfalls den Deutschen Sieg der WM gefeiert haben.
Später soll es noch gewalttätige Auseinandersetzungen mit anderen Fans gegeben haben.

Hier war es friedlich mit vielen Menschen aus unterschiedlichen Nationen.

Von oben lächelte subtil die Jesus-Statue auf dem Corcovado in Deutschlandfarben angestrahlt auf mich herab.

Es war ein perfekter Moment.

Bis um 3 oder 4 Uhr morgens plötzlich der mobile DJ-Wagen mit der Musik verschwand (so genau kann ich das nicht mehr sagen). Und ich auch nach Hause verschwand…

Zwischen Fleischspießen und frisch gepressten Säften

Food & Drinks in Rio de Janeiro

In Rio gibt es viele Snack-Bars an den Kreuzungen der Innenstadt und in der Nähe der Copacabana.
Hier bekommt man Kaffee, frisch gepresste Säfte und Obst, aber auch viele andere, unterschiedliche Snacks.

Die Brasilianer sind auch bekannt für ihre Vorliebe für Fleisch.
Man findet aber auch Orte, wo es ausgezeichnetes Sushi und andere Fischarten gibt.

 

Churrascarias

Die berühmten Churrascarias bieten eine Vielzahl an Fleischsorten in sehr guter Qualität.
An einigen Stellen übertreiben es die Gastgeber nach meinem Geschmack aber ein „bisschen“.

In sogenannten All-You-Can-Eat-Restaurants werden Fleischspieße auch dann noch direkt am Tisch serviert, wenn man eigentlich nicht mehr Essen kann und schon bis oben randvoll gefüllt ist.

Dann eignen sich kleine Ampelkärtchen, die dem Kellner zeigen, das man noch Fleisch möchte (grüne Karte) oder dass man schon randvoll ist (rote Karte).

Denn die Kellner kommen mit den Spießen direkt an den Tisch und schneiden das Fleisch frisch vor einem vom Spieß auf den Teller.
Das ist ein toller Service und so frisch serviert habe ich mein Essen auch selten bekommen.

Hier gibt es Essen nicht nur sprichwörtlich bis zum Abwinken…

Es war zwar sehr gute Fleischqualität. In Zeiten von Lebensmittelverschwendung etc. war mir das aber alles zu viel und ein All-You-Can-Eat-Konzept lehne ich inzwischen auch aus mehreren Gründen ab.

Churrascarias bleiben aber – wenn man es nicht übertreibt – eine ausgezeichnete Möglichkeiten sehr gutes und landestypisches Essen in Rio zu genießen.

 

Frisch gepresste Säfte

Großartig sind die vielen Strandbars und Kioske, die an vielen Ecken und in Strandnähe frisch gepresste Säfte anbieten.

Oberhalb des Ipanema-Beach habe ich den besten Maracuja-Saft ever getrunken!
Und das lag wahrscheinlich nicht nur an der Atmosphäre rund um den berühmten Strand, sondern auch an der Qualität der frischen, exotischen Früchte.

Feinstes Sushi

Das mag etwas überraschend klingen, da man Sushi eher in einer ganz anderen Richtung der Welt verortet.
Aber in Rio gibt es aufgrund der Nähe zu besten Fischgewässern auch viele gute Fischrestaurants und eben auch Sushi.

 

Lokale Speisen

Zu empfehlen sind natürlich auch wie immer die lokalen Speisen und Angebote.
Leider habe ich mich in Rio 2014 weniger um das Essen gekümmert und habe mein Geld beim Fußball (WM 2014) „verprasst“.

Mit dem Ausgang des Turniers und Tickets fürs Viertel-, Halb- und Finale habe ich das nicht bereut.

Aber spätestens seit ich die Folge von „Somebody feed Phil“ in Rio gesehen habe, weiß ich, dass ich hierher noch einmal zurückkommen muss. Und zwar das nächste Mal nicht zum Fußball schauen, sondern zum Essen…

„Winter“ in Rio de Janeiro

Klima, Wetter & heiße Wintersonne

Bei meiner Reise war in Brasilien „Winter“. Mütze und Schal brauchte man natürlich trotzdem nicht mitbringen.
Außer man wollte sein Heimat- oder Lieblingsland bei der WM unterstützen. Ich war schließlich auch wegen der WM 2014 im Land.

Aber auch an „Wintertagen“ im Juli ist es in Rio verdammt heiß.
Schon die Mittagsonne ist extrem. Und die Temperaturen können auch zu dieser Jahreszeit problemlos die 30 Grad erreichen.

Erst am Nachmittag, wenn die Sonne sich verzieht, kühlt es ab.
Dann aber teilweise richtig und es wird ganz schön frisch bis kühl.

Trotzdem bleiben die Temperaturen auch nachts meist noch angenehm, so dass man sich jederzeit draußen aufhalten kann.

Es gibt aber auch stark bewölkte Tage. Hier illustriert an den beiden Fotos aus dem Parque Lage.

Stop and Go mit wenig Go in Rio.

Verkehr(smittel)

Der Verkehr in Rio scheint mir teilweise gemeingefährlich.
Das ewige Stop and Go (wenn es dann überhaupt mal voran geht) ist eine Belastung für Körper und Geist.
Einen chaotischeren Verkehr habe ich bisher nicht erlebt, obwohl ich mal längere Zeit in China gelebt habe.

Vor allem die öffentlichen Busse rasen mit hoher Geschwindigkeit sinnlos auf rote Ampeln zu, um dort angekommen abrupt abzubremsen, obwohl man doch schon von weitem klar ist, dass die Ampel rot ist.

Noch gefährlicher sind nur die Eisendrehkreuze in den Bussen, die dafür sorgen sollen, dass niemand schwarzfährt.
Dass dort noch niemand eingeklemmt wurde und starb, ist für mich ein Rätsel.

Vielleicht bin ich aber auch nur zu empfindlich. Denn ein anderer Deutscher, den ich im Hostel kennengelernt habe und der davor eine Zeit in Lima verbracht hatte, lobte ausdrücklich den Verkehr in Rio. Und dass hier im Verkehr alles so schön geordnet zugeht…

 

Insgesamt dauern Bus- oder Taxifahrten aber extrem lange.
Die Metropole leidet (oder litt 2014) unter einem ziemlichen Verkehrsinfarkt.
Verstopfte Straßen verzögerten eigentlich kurze Fahrten. Strecken, die normalerweise in wenigen Minuten fahrbar sind, dauerten z.T. über eine Stunde.

Es gibt zwar eine U-Bahn. Die Stationen lagen zu meinem Hostel am Jardim Botanico aber so ungünstig, dass ich immer noch eine Strecke mit dem Bus fahren musste, um dort anzukommen.

Wer sich hier schon über fünf Minuten Busverspätung aufregt, wird in Rio wenig Freude haben.

 

Fernbusse

Relativ gut funktionieren die Verbindungen mit den Fernbussen.
Das Land hat viele wichtige Städte durch Überlandbuslinien verbunden.
Es gibt dazu riesige Busbahnhöfe.

Man kann die Tickets vorab bequem online buchen. Und wenn man die Fahr doch nicht antreten kann oder will, bekommt man bis zu einem gewissen Termin das gesamte Geld zurück.

Umständlich ist allerdings, dass man mit dem Online gedruckten Ticket noch nicht in den Bus steigen kann. Diesen Voucher muss man am Schalter noch in ein richtiges Ticket umwandeln.
Sonst wird man nicht in den Bus gelassen.
Das sollte man bei der Anreise zum Busbahnhof beachten und genügend Zeit einplanen.
Denn hier muss man manchmal trotz Online-Ticket noch ein paar Minuten warten. Und der Bus wartet dann eben nicht.
Dreimal dürft ihr raten wem das passiert ist…

Übernachtungsmöglichkeiten am Zuckerhut

Unterkünfte: Hostel in Rio de Janeiro

Rio – Botanic Hostel

In Rio de Janeiro habe ich im Botanic Hostel in der Nähe vom Jardim Botânico übernachtet.
Es ist für Rio ein sehr gutes Hostel. Die Mitarbeiter*Innen waren sehr freundlich und hilfsbereit (auch noch nachdem Deutschland mit 7:1 gegen Brasilien im WM-Halbfinale gewonnen hat).
Es gibt eine Gemeinschaftsküche, einen Aufenthaltsraum und auch draußen gibt es eine Terrasse auf der man sitzen, frühstücken und abends ein Bier trinken kann.

Die Betten waren ganz gut. Und es gab ausreichend große Schließfächer (allerdings außerhalb des Zimmers).

Das Beste am Hostel ist die Lage, wenn man zwei der schönsten Parks besuchen möchte.
Es liegt direkt auf der Rua Jardim Botanico. Und das bedeutet, dass der Botanische Garten nur wenige Gehminuten entfernt ist.
Auch der Parque Lage ist in wenigen Gehminuten erreichbar.

Zur Copa Cabana oder in das Ausgehviertel Lapa ist man aber einige Zeit mit dem Bus, Taxi oder (mit Umstiegen) der U-Bahn unterwegs.

Möchte man in Strandnähe wohnen, ist dieses Hostel nicht so gut geeignet.
Und es gab ein paar störende Geräusche durch die Stromversorgung o.ä. vermutlich durch einen Generator im Hostel.

Zu WM-Zeiten hat das Bett ein Vielfaches vom üblichen Preis gekostet.

Aber insgesamt war es dort sehr angenehm.

 

Belo Horizonte

Collaborate Design Hostel

 

In Belo Horizonte habe ich im Collaborate Design Hostel übernachtet.
Ein schickes, sauberes Hostel in einer ruhigen Seitenstraße mit sehr freundlichem Personal.

Die Zimmer waren hell und recht schlicht eingerichtet.
Es gab unterschiedliche Zimmergrößen zwischen 4 und 8 Betträumen.

Da die Vierervariante ausgebucht war, entschied ich mich für ein 8er Zimmer.
Das war das kurioseste an der ganzen Reise. Denn der Rest meines Zimmers war zum Halbfinaltag mit 7 Brasilianern ausgebucht. Es stand also 7:1 für das Gastgeberland.

Das hatte sich nach dem Spiel komplett gedreht. Und ich hatte schon die größten Befürchtungen ins Hostel nach diesem Ergebnis zurückzukehren.

Vor dem Spiel hatten die Brasilianer noch vollmundig, aber immer mit einem Lächeln und nett formuliert: Today the World Cup is finished for Germany…

Es kam bekanntlich anders und deshalb war es umso bemerkenswerter, wie nett ich trotzdem später weiterhin empfangen wurde.

In dem kleinen Innenhof wurde gegrillt – auch wenn die Stimmung verständlicherweise etwas gedämpfter war.
Aber auch in der Nacht brauchte ich mir um Rachegelüste keine Sorgen zu machen.

Das Hostel war für die beiden Nächte eine gute Wahl und kann für einen Kurztrip – mit oder ohne Fußballspiel – empfohlen werden.

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