Intro:

Bratislava war für mich eine der größten positiven Überraschungen.
Das lag zwar auch daran, dass ich über Bratislava nie nachgedacht habe und überhaupt kein Bild von der kleinen Perle an der Donau hatte.

Aber bei einem Kurztrip von Wien nach Bratislava im Sommer 2016 gefiel es mir so gut, dass ich 2017 für eine Städtereise gleich für 2 Tage zurückkehrte. Denn Bratislava hat eine beeindruckend schöne Altstadt, ein mittelalterliches Schloss, das über der Stadt und der Donau thront – und hier gibt es vielleicht sogar das beste Bier in ganz Europa.

Bratislava Kurzinfos

Bratislava ist die Hauptstadt der Slowakei.
Die Stadt liegt nur eine Stunde entfernt von Wien, nah an der Österreichischen Grenze.

Von Wien dauert die Fahrt mit dem Zug ab Hauptbahnhof ca. eine Stunde.
Man kann aber auch über die Donau mit dem Boot nach Bratislava fahren.

Im Gegensatz zu Wien und anderen Europäischen Städten ist Bratislava wesentlich günstiger und so auch ein Top-Reiseziel für Budget-Traveller.

 

Bei meinem ersten Kurzbesuch empfing mich Bratislava mit recht kühlem Regenwetter.
Es war nicht viel los, wenige Leute auf der dunklen Straße und es war draußen trotz Sommer eher ungemütlich.
Die drei Stunden in der Stadt nutzte ich für einen Spaziergang durch die Altstadt und einen Besuch in einem Restaurant.
Hier gab es den landestypischen Gulasch und dazu ein Bier (vielleicht waren es auch zwei).

Das Restaurant befand sich in einem Kellergewölbe und im Eingangsbereich grüßten zwei Figuren in eiserner Ritterrüstung.

Bei der zweiten Reise 2017 präsentierte sich Bratislava fast durchgehend gegensätzlich – bei bestem Wetter und sommerlichen Temperaturen.

Am frühen Freitagabend bei der Ankunft war die Hauptstraße der Altstadt, die Ventúrska Ulica, sehr belebt. Viele Menschen genossen den lauen Sommerabend in den Straßencafés und Restaurants draußen.

Ein sehr lässiges Flair herrschte in der mittelalterlichen Altstadt in der heute viele junge Menschen unterwegs sind.

Sights & Highlights in Bratislava

Frühstücken, Kaffee trinken, Eis essen

Schicke, junge, gut designte Cafés oder traditionelle Restaurants und Bars besuchen

Den Tag beginnt man am besten in einem der schicken, kleinen Cafés der Stadt.
Es gibt hier ganz unterschiedliche:
Von klassischen Konditoreien mit aufwendig dekoriert und gestalteten Torten.
Das schöne in Bratislava ist aber auch, dass sich die Stadt nicht auf ihrem historischen Erbe ausruht und an vielen Stellen junge Cafés mit verschiedenen Espresso-Sorten und auch Iced Coffee auf die Gäste warten.

Hübsch sind vor allem die Cafés und Restaurants, wo moderne Innenarchitektur auf die alten Gemäuer mit Rundbögen und alten Steingemäuern treffen.

1. Im Sommer ist ein lässiger Ort das Bistro FACH Bratislava.
Hier kann an in den kühlen Innenräumen oder in der Sonne auf der Flaniermeile Ventúrska Ulica frühstücken.

2. Das Gorila Urban Space ist ein hübsches Café in einem Buchshop mit einer guten Auswahl an Espressosorten. Hier gibt es auch veganen Kuchen.
Dieser Ort hat inzwischen scheinbar geschlossen.
Es gibt aber noch ein Partner-Lokal mit dem Namen „Urban House“.
Das sollte weiterhin geöffnet sein.

Restaurants für Budget Traveller

Gutes und oft auch günstiges Essen in Bratislava

In Bratislava kann man nicht nur in den hübschen Cafés, sondern auch in den Restaurants verhältnismäßig günstig essen.

Zu den traditionellen Speisen in der Slowakei gehört Gulasch mit Knödeln und Bier.
Diese Speisen gibt es in vielen traditionellen Gaststätten.

Ebenfalls in der Fußgängerzone Ventúrska Ulica findet man „The Cut“.
Das ist z.B. ein gutes Restaurant für Steaks mit Pommes oder ähnliche Speisen.
Moderner eingerichtet als die klassischen Lokale. Und auch das Publikum ist jünger.
Man kann hier auch schön draußen sitzen und beim Essen das Treiben auf der Flaniermeile betrachten.

Brauereien und Special Beer

Bestes und günstiges Bier

Viele denken bei gutem und günstigem Bier schnell an Tschechien.
Aber vielleicht gibt es sogar die bessere Variante bei seinem östlichen Nachbarn in der Slowakei.

Das Bier kostet selbst in den besten Kneipen im historischen Zentrum nicht viel mehr als einen Euro und das frisch gezapfte Bier aus den großen Glaskrügen ist außergewöhnlich lecker!

Empfehlenswert ist z.B. die Location Ventúrska Klubovňa.
Ebenfalls auf der Ventúrska Ulica.

Hier gelingt ein guter Mix aus traditioneller Kneipe mit moderner Deko im Inneren.
Draußen kann man an einem schönen Sommertag ebenfalls schön sitzen und vermutlich eins der besten Biere von Bratislava trinken.

Die schöne an der Donau

Viele schöne Plätze und interessante Statuen im historischen Zentrum

Bratislava nennt man auch Schönheit an der Donau.
Und das liegt nicht nur an dem hübschen Fluss, der idyllischen Lage und der Skyline. Sondern auch an dem Inneren der Altstadt.
Im Herzen befinden einige hübsche Gassen, Alleen und viele schöne Plätze.

In den Gassen sieht man hier auch immer wieder Figuren, die zu Touristenattraktionen und beliebten Fotomotiven geworden sind.

Zu den bekanntesten gehört in jedem Fall Napoleons Soldat.

Er soll an den Besuch Napoleons in Bratislava erinnern und ist v.a. bei Asiatischen und Amerikanischen Touristen ein beliebtes Fotomotiv.

Man findet ihn auch dem Hauptplatz der Altstadt (Hlavné námestie).

 

Auch wenn die Hausfassaden und Dächer der Gebäude in der Hautstadt sehr schön sind, sollte man unbedingt auf den Weg schauen.
Sonst kann es auch passieren, dass man über den Čumil, den „Man at work“ stolpert.

Die Bronzefigur schaut aus einem Gully und gehört zu den beliebtesten und vor allem meist fotografierten Attraktionen in der Altstadt.

Ob er sich von der Arbeit ausruht, den Kanal reinigt oder den Frauen unter den Rock schauen möchte, ist nicht überliefert. Letzteres hoffen wir mal lieber nicht…

 

Die vielleicht verrückteste Figur ist aber der „Schöne Náci“.
Ein freundlich lächelnder Herr, der seinen Zylinderhut zum Gruß zu heben scheint.

Er gilt als eine der bekanntesten Personen des 20. Jahrhunderts in Bratislava als Legende.

Meist wandelte er durch die Altstadt und grüßte weibliche Passanten mit den Worten „küss die Hand gnädige Frau“ und verbeugte sich vor ihnen.
Diese Verherrlichung durch die ihm gewidmete Statue ist jedoch etwas umstritten, da es sich bei Ignác Lamár (so sein richtiger Name) um einen geistig Verwirrten mit krankhaft schizophren ausgeprägter Persönlichkeit handelte.
Andererseits kann man diese Würdigung auch positiv sehen, da zu seinen Lebzeiten Menschen mit solchen psychischen Problemen oft weggesperrt oder im Krieg durch die Nazis sogar dem Tod geweiht waren.

On top of Bratislava

Burg Bratislava

Die Burg Bratislava war ursprünglich Residenz der Ungarischen Herrscher (u.a. als Bratislava Hauptstadt von Großungarn war). Die Entstehungszeit war um das 9. Jahrhundert.

Heute ist sie Wahrzeichen und historisches Museum Bratislavas.

 

Ein Spaziergang zur Burg auf dem etwa 85 Meter hohen Burgberg am linken Donauufer ist eine der schönsten Wege in der Metropole an der Donau.

 

Startet man in der Altstadt führt der Weg über einen alten Treppenaufgang hoch zur Burg.
Mehrere Aussichtspunkte geben einen beeindruckenden Blick auf die Hauptstadt der Slowakei frei.
Man sieht zur einen Seite die hübschen roten Dächer der historischen Altstadt.
Zum anderen erkennt man hier, dass die kleine Perle an der Donau gar nicht so klein ist und im Hintergrund der knapp 500.000 Einwohner fassenden Metropole auch ein paar moderne Hochhäuser stehen.

Zur anderen Seite sieht man die Donau und die dahinter liegende Natur.

 

Der symmetrisch angelegte Garten gehört zu den architektonischen Highlights der Burgperipherie. Genauso wie der Treppenaufgang.
Interessant sind auch die kleinen und großen Figuren rund um die Burg.

Sunset & Chillout Music am Wasser

Beste Momente

Neben der Besichtigung der Altstadt und Burg gehörte ein Ausflug auf das andere Ufer von Bratislava zu den Highlights dieser Städtereise.

Hier „parken“ ein paar Flusskreuzfahrtschiffe und bieten bestes Essen und auf dem Sonnendeck Plätze zum Relaxen mit einem DJ-Set.

 

Am besten kommt man hierher am späten Nachmittag kurz vor Sonnenuntergang.

Im Inneren und draußen am Heck erwartet die Gäste ein Restaurant mit landestypischen Speisen.
Ich entscheide mich für Haxe mit heimischen Beilagen.

Dazu wird ein Sonnenuntergang mit spektakulärem Licht und Blick auf Donau und Burg geboten.

Das wird nur getoppt von der Live-DJ-Performance auf dem Sonnendeck.
Hier wurden für die relaxten Großstädter und Touristen praktischerweise bequeme Möbel aufgestellt. Mit dem Pool und der entspannenden Musik fühlt es sich in diesem Moment fast an wie Urlaub.

Sonnenuntergang auf dem Boot mit Chillout Music. Die Donau rot-gold gefärbt. Seicht schlagen die Wellen gegen das Boot.

Aussichtspunkt über der Donau

UFO Reštaurácia

85 Meter über Stadt und Fluss befindet sich ein spektakuläres Gebäude aus den 1970ern.
Im Space-Zeitalter wollte man sich wohl auch in Bratislava nicht lumpen lassen und baute innerhalb von sechs Jahren einen Brückenturm, der die Menschen an ein Ufo erinnerte.

Heute ist dann auch im UFO-förmigen Brückenkopf eine Aussichtsplattform, ein Café und Restaurant mit dem gleich lautenden Namen.

Die Aussicht nahezu in gleicher Höhe mit der Festung und einem 360 Grad-View ist vor allem beim Sonnenuntergang lohnenswert.

Für die Männer gibt es die Aussicht sogar auf der Toilette beim „Peeing with a view“. Hier in Blumentöpfe…

Bars, Striplokale und Nachtklubs

Nightlife in Bratislava

Bratislava ist v.a. bei Gruppen für Junggesellenabschiede beliebt.
Ein grüner Laser zieht sich abends durch die ganze Fußgängerzone…

Relativ unverhohlen wird nach Einbruch der Dunkelheit für Stripclubs und ähnliche Etablissements auf offener Straße geworben. Meist durch junge Frauen. Wahlweise in Schulmädchenuniformen oder ähnlichen, gewisse Zielgruppen ansprechenden Outfits.

Innen erwarten einen dann nicht unbedingt die gleichen Frauen, die einen außen locken.
Und diese Orte in dunklen Kellerhöhlen können auch ein wenig merkwürdig anmuten…

Es gibt natürlich aber auch einige weniger anrüchige Ausgehmöglichkeiten in der Hauptstadt der Slowakei.

Sehr stilvoll und vielversprechend sieht z.B. die relativ neue Cocktailbar und Brasserie „Velvet“ aus, die nun an dem Ort ist, wo früher der „Gorila Urban Space“ war.

All in all

Summary

Bratislava im Sommer ist ein echter Geheimtipp für Städtereisefans, die mal eine neue und gar nicht teure Stadt kennenlernen wollen.

Die Altstadt hat ein besonderes Flair. Viele Orte sind im Herzen des historischen Stadtkerns in Laufweite.

Und neben dem mittelalterlichen Glanz findet man auch jede Menge stylischer Cafés und Restaurants, bestes Bier und Orte zum Relaxen. Kurz gesagt: Einfach, um eine gute und entspannte Zeit zu haben.

Wie kommt man hin, wo kann man übernachten?

Unterkunft und Anreise

Anreise

Die Anreise ist auf vielen Wegen möglich.

Von Wien ist es z.B. nur eine Auto- oder Zugstunde entfernt.

Man kann auch mit dem Boot über die Donau anreisen und dabei die Natur auf der Strecke und die frische Luft auf dem Wasser genießen.

Der Flughafen Wien Schwechat ist auch nicht weit.
Bratislava hat aber auch einen eigenen Flughafen.

Unterkunft: Radisson Blu Carlton Hotel, Bratislava

Das Radisson Blu Carlton Hotel liegt mitten in der Altstadt am Ende einer Allee schräg gegenüber vom Slowakischen Nationaltheater.

Es ist ein bisschen in die Jahre gekommen. Und das günstige Zimmer, das ich gebucht hatte, hatte nicht den höchstem Komfort.
Für eine Städtereise und durch die zentrale Lage und den unschlagbaren Preis war es aber völlig in Ordnung.

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