2012 führte ich mein Weg für sechs Wochen nach Yeosu in Südkorea.

Ziel meiner Reise an diesen sehr weit entfernten Ort war die Weltausstellung 2012 zum Thema „Living Ocean and Coast“.

Seit 2010 in Shanghai wurde mein Interesse für Weltausstellungen geweckt.
Bei den EXPOs sollen heutzutage die „größten Probleme der Welt“ aufgezeigt und Zukunftslösungen einer breiten Bevölkerung präsentiert werden.

Ihre Glanzzeit hatten die Weltausstellungen in Europa und in den USA im 19. Und 20. Jahrhundert.

London, Paris und Barcelona profitieren bis heute noch vom Ruhm und teileweise den Bauwerken und Parks vergangener Weltausstellungen.

Während sie in Deutschland spätestens seit dem Reinfall der EXPO 2000 in Hannover weder beliebt, noch bekannt sind, erfreuen sie sich heute vor allem in Asien noch immer großer Beliebtheit.

Hauptattraktionen sind bei Weltausstellungen eigentlich immer die Länderpavillons, in Yeosu gab es aber auch unzählige Events und K-Pop-Konzerte.

Es ist vielleicht etwas zu dick aufgetragen. Aber von hier aus startete vielleicht auch der Welthit „Gangnam Style“. Zumindest hatte der Sänger Psy hier einen seiner ersten großen Auftritte als das Lied im Rest der Welt noch unbekannt war. Erst kurz darauf begann er sich wie ein Lauffeuer zu verbreiten und wurde zu einem der meistgeklickten Youtube-Videos aller Zeiten.

 

Als freier Journalist und Blogger interessierte ich mich aber hauptsächlich für die Nationenpräsentationen und  die Architektur der Pavillons.

Als Food-Blogger hat man dazu die Möglichkeiten bei Weltausstellungen in kürzester Distanz Speisen aus sämtlichen Teilen der Welt zu probieren. Während einige Pavillons eher überteuertes Fastfood anbieten, versuchen andere Länder gerade über Landestypische Speisen positive Aufmerksamkeit auf ihr Land zu lenken.

In der Fachsprache nennt sich das „Culinary Diplomacy“.

 

Insgesamt blieb ich sechs Wochen beim Couchsurfing in Yeosu, dieser kleinen Südkoreanischen Küstenstadt.

Bei der EXPO 2012 schrieb ich für die Salzburger Nachrichten, traf die österreichischen Architekten des Themen-Pavillon und verbrachte viele interessante Stunden mit unterschiedlichsten Couchsurfern aus Mexiko, Südkorea, den USA, Vietnam, Hong Kong und anderen Teilen Asiens.

Dazu kochte unser Host (im „richtigen Leben“ Arzt) bestes Südkoreanisches Essen, machte Kimchi und sämtliche südkoreanische Spezialitäten selbst. Und er servierte sie uns an fast jedem Abend, wenn er im Krankenhaus nicht Spätschicht hatte.

Wenn er zu Hause war, gab es die ein oder andere Spätschicht dann zusammen in der Wohnung mit ihm, den anderen internationalen Backpackern und neuen Couchsurfern bei selbst gebranntem Pflaumenschnaps.

Am nächsten Morgen merkte man den Pflaumenschnaps hin und wieder noch. Aber die gute Zeit am Abend zuvor entschädigte dafür.

Gastfreundschaft der Koreaner

Nicht nur mein Gastgeber beim Couchsurfen war außergewöhnlich nett.
Überhaupt empfand ich die Koreaner als außergewöhnlich freundlich, hilfsbereit und gastfreundlich.

 

Der Ort Yeosu selbst war für mich ein wenig schwer zu greifen.

Das lag zum einen daran, dass ich die meiste Zeit auf dem Weltausstellungsgelände verbracht habe.

Viel zu sehen gab es hier aber auch sonst nicht.

 

Sights & Highlights

 

An einem Tag habe ich mit meinem Host eine schöne Wanderung zu einem tollen Aussichtspunkt am Berg gemacht.

Das Spektakulärste (neben der EXPO und dem ausgezeichneten Koreanischen Essen) war allerdings ein Schildkrötenschiff, genannt „Geobukseon“, das hier am Wasser zu besichtigen war.

Gebaut und genutzt wurden sie vor allem während des Imjin-Kriegs zwischen 1592 bis 1598.

Es handelt sich dabei um ein spezielles koreanisches Kriegsschiff. Das Schiff ist zwar nur aus Holz gebaut, aber hat auf dem Deck eine vollständige Panzerung, so dass es den Angreifern keine Angriffsfläche bot, die Gegner zu treffen.

So war man mit diesem gepanzerten Schildkrötenschiff fast unbesiegbar.

Das Beste an Südkorea ist darüber hinaus natürlich die Küche und die Vielseitigkeit der Speisen.

In manchen Restaurants wird an offenen Grills gegrillt oder das Essen in sehr heißen Gefäßen serviert.
Daher gibt es in Korea auch meist Stäbchen aus Metall und nicht aus Holz, da die sonst gleich anfangen zu brennen, vermute ich.

Die gebrutzelten Würstchen schneidet man hier übrigens auch gern mit der Schere statt mit dem Messer. Das ist ungewohnt und etwas befremdlich. Aber im Gegensatz zu anderen verrückten Speisen, die man hier auch bekommen kann, nur halb so wild.

Die Restaurants betritt man außerdem meist ohne Schuhe. Meist stehen eine Art Hausschuhe bereit.

 

Übernachten – z.B. beim Couchsurfen oder im Badehaus

Da Yeosu nicht zu den bekanntesten Touristendestinationen gehört, gab es hier auch nur wenige Hotels und Hostels schon mal gar nicht.

Die Hotels waren zur EXPO 2012 völlig überteuert und dazu nicht besonders komfortabel (zumindest nicht, wenn man den Abbildungen auf den Hotel-Portalen glauben konnte).

Großes Glück hatte ich daher, dass ich eine akzeptable (was Komfort) und großartige Möglichkeit (in Bezug auf Atmosphäre und Service) durchs Couchsurfen bekommen habe.

Eine beliebte und günstige Möglichkeit ist in Südkorea aber grundsätzlich auch in Badehäusern zu übernachten. Sie sind rund um die Uhr geöffnet und bieten nicht nur Erholungsmöglichkeiten in den heißen Wasserbecken. Hier gibt es tatsächlich auch Schlafplätze.

 

Die Hauptstadt Seoul habe ich leider nur zweimal sehr kurz bei der Durchreise gesehen.
Vor meiner Abreise habe ich eine Nacht in einem sehr schönen Hostel und einem guten Restaurant verbracht, bin aber ein bisschen enttäuscht, dass ich nicht mehr von Seoul sehen konnte.
Das muss definitiv nachgeholt werden!

 

Möchtet ihr noch mehr Details zu Yeosu und meinem Aufenthalt zu Südkorea wissen?

Schreibt mir einfach in die Kommentare.

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