Mallorca-Road-Trip im Frühling

Mit dem Mietwagen über die Insel

Mallorca-Road-Trip im Frühling

INTRO

Wer Mallorca nur auf eine Sommerinsel reduziert, auf der man dösend 14 Tage in der Sonne rumgammelt bis einen der Bus wieder einsammelt, sollte mal im Frühjahr auf die Baleareninsel kommen.

Beliebt ist vor allem die Zeit zwischen Januar und März, wenn die Mandelbäume aufblühen.
Hier braucht man aber Glück mit dem Wetter, da die Temperaturen auf Mallorca zu dieser Zeit noch recht frisch sein können und sich nicht wesentlich von denen in Deutschland abheben.

Ab April ist das Wetter dagegen schon beständiger und zumindest am Tag schon sehr angenehm.
Außerdem sind noch nicht annähernd so viele Touristen auf der Insel, wie in der Hauptsaison im Sommer.

Mallorca-Road-Trip im Frühling

Auf einen Badeurlaub sollte man sich zu dieser Zeit allerdings noch nicht zu sehr freuen.

Das Meer ist weder türkisblau, noch für die Luftmatratze geeignet.
Und wenn der Außenpool nicht beheizt ist, sollte man sich lieber andere Aktivitäten suchen.

Eine sehr gute Alternative ist im Frühjahr daher ein kleiner Raodtrip auf Mallorca.
Dazu bucht man sich am besten einen Mietwagen, um die vielseitige Insel möglichst individuell zu erkunden – und um bei zu schlechtem Wetter seine Route selbst schnell anpassen zu können.

Biker auf Bergstraßen, leere Strände, eine fabelhafte Finca und ein perfekter Sunset am Cap Formentor 

VORBEREITUNGEN & ROAD TRIP

VORBEREITUNG

MIETWAGEN BUCHEN

Das Mietwagenangebot auf Mallorca ist riesig.

Vor allem außerhalb der Hauptreisezeiten kann man hier echte Schnäppchen machen und Mietwagen schon für wenige Euro am Tag mieten.

Das geht direkt vor Ort auf der Insel. Aber auch online z.B. bei CardelMar.

Wer auf „Nummer Sicher“ gehen möchte nutzt u.U. lieber ein Vergleichsportal wie Check24, um einen Deutschen Vertragspartner zu bekommen und um den Mietwagen schon vor der Reise fix zu buchen.

Das hat meist den Vorteil, dass man sich während dem Urlaub nicht mehr um die Details kümmern muss.
Je früher man bucht, desto günstiger sind die Mietwagen oft.

Außerdem werden einem böse Überraschungen erspart, da einige Angebote mindestens 24 Stunden vor Anmietung abgeschlossen werden müssen.

Mietwagen ohne Kreditkarte buchen

Wenn man nicht mit der Kreditkarte buchen kann oder möchte gibt es bei manchen Anbietern auch die Möglichkeit ohne Kreditkarte zu buchen.

Das ist z.B. nötig, wenn man nur eine „Debit“-Master- oder Visa-Card besitzt.
Diese Debitkarten werden von den Mietwagenanbietern in der Regel nicht akzeptiert.

Hier gibt es dann zumindest zwei Möglichkeiten:

Möglichkeit 01:

Bei Check24 kann man z.B. bei den Filtermöglichkeiten den Filter „ohne Kreditkarte“ auswählen.
Hier ist unbedingt zu beachten, dass man für das Buchen ohne Kreditkarte eine Frist einhalten muss.
Kurzfristige Buchungen sind ohne Kreditkarte oft nicht möglich.
Meist sind diese Angebote auch etwas teurer als das Angebot mit Kreditkarte.
Und man muss einen gewissen Betrag auf dem Konto haben, der dann als Sicherheit vom Mietwagenverleiher für die Zeit der Mietung als Kaution eingezogen wird.

Der ist manchmal aber geringer als der, den man in den Bedingungen des Vermittlers (z.B. Check24)  findet.
Bei einer Österreich-Reise stand bei meinem Vermittler ein Betrag zwischen 600 und 1000 EUR für die Kaution.
Am Ende buchte der Vermieter aber nur einen Betrag von 250 EUR als Kaution ab.
Wenn ihr hier unsicher seid, kontaktiert vorab schonmal den Vermieter, um die genaue Höhe der Kaution zu erfahren.

Möglichkeit 02:

Auf Mallorca gab es eine zusätzliche Möglichkeit den Mietwagen kurzfristig und ohne Kreditkarte und Kaution zu mieten.
Der Vermieter Wiber verkauft ein „Rundum“-Versicherungspaket. Das ist zwar vergleichsweise teuer und auch überflüssig, wenn man sich bereits über einen Vermittler ausreichend versichert hat.

Von solchen überflüssigen Zusatzversicherungspaketen wird einem sogar oft auch abgeraten.

Es bietet einem in dem Fall aber die (einzige) Möglichkeit den Mietwagen kurzfristig und ohne Kaution und Kreditkarte mieten zu können.

TAG 01 – LOS GEHT’S

SERPENTINEN AUF DEM WEG NACH PORT DE SÓLLER

Wenn man die Insel selbst bereist merkt man erst, wie bergig Mallorca teilweise ist.

Von meinem Ausgangort Platja de Palma (Palma-Strand) geht es über die Schnellstraße Ma-11A Richtung Norden nach Port de Sóller.

Wer es eilig hat, nimmt den Tunnel Richtung Sóller.
Schöner ist allerdings der Gebirgspass zwischen den Bergmassiven von Alfabia und Teix in der Serra de Tramuntana nördlich von Palma gelegen.

Vom obersten Punkt hat man eine tolle Aussicht über die Serpentinen ins Tal und an guten Tagen bis zum Meer.

Begleitet wird man zu dieser Jahreszeit von vielen Radfahrern, die nach dem steilen Aufstieg die Kurven auf der anderen Seite Richtung Sóller runterdüsen.

PORT DE SÓLLER MIT 25HOURS-HOTEL BIKINI ISLAND UND MALLORQUINISCHEM MANDELKUCHEN

Port de Sóller ist fast schon ein mondäner Ort.
Man könnte sagen der ruhige, idyllische Hafenort ist das Gegenteil von der oft zu wilden Platja de Palma.

Elegante, extravagante und exklusive Hotels warten unten am Strand auf die Gäste.

Darüber „thront“ das 25hours „Bikini Island & Mountain Hotel“ mit einem wunderschönen Blick auf die Bucht und den Hafen.
Zwei Highlights des Hotels, das auch im Kalifornien der Flower Power-Jahre stehen könnte, sind die bunt bemalte Treppe über die man das Hotel erreicht.

Auch das riesige Peace-Zeichen im Pool ist eine sehr feine Idee. Getoppt wird das eben nur noch durch die Aussicht von der Hotel-Terrasse. Hier kann man tagsüber eine Iced Mandel Latte oder andere Kaffeevariationen trinken.

Am Abend bietet das auch aus Berlin bekannte NENI-Restaurant israelisch-orientalische Küche auf höchstem Niveau.

Auf der anderen Seite des 25hours Hotels befindet sich das Restaurant Nautilus direkt an den Klippen und gibt den Blick auf das offene Meer aus einer großen Höhe frei.

Was für ein wunderbarer Kontrast zu dem ruhigen, idyllischen Hafen.

Neben dem Hotel kann man mit etwas Glück auch einen kostenfreien Parkplatz finden und so von oben in den Ort schlendern.

Das Beste: Auch wenn man die Mandelblüten zu dieser Zeit im Frühling zwar nicht mehr blühen sehen kann, so sind jetzt schon die geernteten Mandeln zu frischem mallorquinischem Mandelkuchen verarbeitet.
Einen sehr guten Mallorquinischen Mandelkuchen mit Eis und Sahne gibt es in Port de Sóller im Ciales Restaurant unter dem Fergus-Hotel.

Hier sitzt man herrlich im Schatten mit Blick aufs Wasser und sieht hin und wieder die überfüllte historische Tram vorbeifahren. Und man freut sich doppelt, dass man mit dem Auto da ist und nicht mit 100.000 anderen Touristen eng an eng gequetscht die Fahrt bis Sóller machen zu müssen.

In Port de Sóller kann man zu dieser Jahreszeit einen schönen Spaziergang entlang der halbrunden Strandpromenade machen.

Dort befinden sich auch viele andere und stylische Cafés, Bars und Restaurants.

TAG 02:
FINCA GEFUNDEN, CARROT-CAKE GEGESSEN UND PERFEKTEN SONNENUNTERGANG GESEHEN

FINCA SON MAS

Die Entdeckung der Finca Son Mas war bei mir von einem ähnlichen Zufall geprägt, wie Columbus‘ Entdeckung von Amerika.

Ich war zwar nicht auf der Suche nach Indien und entdeckt habe ich keinen weiteren Kontinent.

Nur eigentlich war ich auf dem Weg zu einem Vogelpark, der in der Gegend sein sollte, aber mittlerweile nicht mehr existierte.
Und ungewollt gefunden habe ich eine Oase der Ruhe und natürlichen Schönheit.

Die Finca Son Mas befindet sich im östlichen Teil von Mallorca.
Genauer gesagt liegt sie zwischen der Gemeinde Manacor und dem Ort Porto Cristo.
Und hier stand auf einer langen Straße im Nichts plötzlich ein Schild mit der Aufschrift „Finca Son Mas“.

Dort wollte ich eigentlich nur nach dem Weg zum Vogelpark fragen. Blieb dann aber über eine Stunde, weil mich diese Ruhe und Abgeschiedenheit so überwältigte.

Im Garten wachsen und duften Zitronen- und Orangenbäume. Und viele andere Pflanzen und Blumen, die ich so zuvor noch nie gesehen habe.

Es ist eine vollkommen andere Welt jenseits von Plastikluftmatratzen, billigem Ramsch und Lärm für den Mallorca in seinen dunkelsten Vorurteilen bekannt ist.

Der Ort ist pure Ruhe, Entspannung und gibt jede Menge Raum zum Durchatmen an diesem leicht wolkigen Tag an dem aber immer wieder die Sonne zum Vorschein kommt.

Im Inneren wartet eine Luxusherberge vom Feinsten.

Die Saison hat hier noch gar nicht begonnen und so sind gerade einmal zwei Gäste da, die sich aber nicht blicken lassen.

Dafür erhalte ich eine kurze Führung der Managerin.

Sie zeigt mir ein Zimmer und den SPA-Bereich.
Auch innen macht die Finca Son Mas mehr als einen einladenden Eindruck.

Die dicken Mauern versprechen Kühle, wo es im Sommer unsagbar heiß wird und Abgeschiedenheit, wo sich die Massen andernorts gegenseitig erdrücken.

Den Außenpool erreicht man über eine Treppe vorbei an Orangenbäumen.

Hier ist man völlig ungestört und ich kann zum ersten Mal auf dieser Reise komplett abschalten.

CALA RATJADA AN EINEM KÜHLEN FRÜHLINGSTAG

Über Cala Ratja geht es weiter Richtung Can Picafort, um am Abend hoffentlich den Sonnenuntergang am Cap Formentor zu sehen.
Es gibt da diese wahnsinnigen Fotos vom Leuchtturm im Licht der Dämmerung. Und meine Hoffnung war, dass ich mit ähnlichen Fotos zurück nach Hause komme.

Cala Ratjada war auch nur ein (unnötiger) Zwischenstopp auf meinem Roadtrip, da ich sehen wollte, wie sich das Party-Mekka im Frühjahr seinen Gästen präsentiert und ob es eine ähnlich gute Variante wäre hier günstig unterzukommen, um von dort einen Roadtrip zu starten. So, wie ich es vom Palma Strand getan habe.

Für mich war dieser Stopp am Ende aber mehr als unnötig und nur ein Zeitfresser.
Ich habe zwar auch einen außergewöhnlich schlechten Tag erwischt, aber ich bin mir nicht sicher, ob es an einem weniger schlechten Tag besser geworden wäre.

An der Promenade laufen die Touristen in Funktionsjacken herum. Einige frieren.
Das Meerwasser ist aufgewühlt und keineswegs türkis wie im Sommer.

Die traumhafte Bucht Cala Gat liegt unter dicken grauen Wolken. Und auf dem Berg am Leuchtturm pfeift ein kalter Wind wo im Sommer noch die Katamaran-Party-Boote mit lauter Musik kreuzten.

Der Ort ist noch trister als im Sommer.
Hier gibt es heute eigentlich keinen Grund zu bleiben.

Der Hunger fordert mich aber doch einen längeren Stopp einzulegen.
Um nicht weiter enttäuscht zu werden, gehe ich auf Nummer Sicher und esse ein paar Tapas in der Euforia Tapas-Bar.
Dazu gibt es statt einem Bier eine Kanne Tee.
So „uselig“ ist es hier an diesem Tag im Frühling 2019 .
Aber immerhin sind die Tapas hier gut, wie immer.

CARROT CAKE IN CAN PICAFORT

Nächster Stop bei meinem Road Trip ist Can Picafort. Zusammen mit dem Platja de Muro sind das zwei eher zufällige Stops auf dem Weg nach Cap Formentor.

In Platja de Muro hatte ich ein Hotel in die engere Wahl genommen und wollte mir den Strand und die Umgebung hier einmal anschauen.

Sowohl in Can Picafort und am Platja de Muro bin ich heute fast allein. Die beiden langen Sandstrände sind am Nachmittag schon ziemlich leer. Aber immerhin verziehen sich die Wolken mehr und mehr, die am Vormittag noch in Cala Ratjada für einen trüben Tag und nicht weniger trübe Stimmung gesorgt haben.

Großes Glück habe ich hier bei der Wahl der Strandbar gehabt.
Etwas unsicher, ob überhaupt noch viele weitere geöffnet haben, entschied ich mich sofort für den Nusa Dua Beach Club direkt am Strand.

Auf der Webseite wirbt er mit den Worten „A walk. Sun. A beer. Beach. Paella. Something Sweet. Mojito. More Beach. Another mojito. Music. Dance. Laughs. A Gin tonic. More laughs. Good vibes.“
Das macht Lust auf einen Sommertag an gleicher Stelle.

An diesem frischen, einsamen Frühlingstag entscheide ich mich für „Something Sweet“ und einen Espresso.
Und dieses „Something“, der Carrot Cake, ist einer der besten, die ich je gegessen habe.
Selbstgemacht in der eigenen Konditorei und nicht so süß, wie viele Spanische Nachspeisen, die man in den Hotels serviert bekommt, ist das ein echtes Highlight.
Zusätzlich mit der Kulisse ist es eine absolute Empfehlung und gehört zu meinen kulinarischen Highlights der Reise.

Nach einem kurzen Spaziergang geht die Fahrt weiter Richtung Cap Formentor, denn die Zeit drängt ein wenig.

Auf dem Weg im nördlichen Teil der Insel sieht man auch, wie vielseitig die Vegetation der Insel ist.

SUNSET AM CAP FORMENTOR

Je näher ich dem Cap Formentor komme, desto schneller verziehen sich die Wolken.

Es verspricht ein guter Sonnenuntergang zu werden. Das Bild vom Leuchtturm wird es allerdings nicht.
Irgendwo auf dem Weg muss ich falsch abgebogen sein. Oder der Aussichtpunkt liegt noch ein Stück höher.

Das sorgt kurz für ein wenig Frustration.
Der Blick und Sunset, den ich dann aber an den schroffen Klippen serviert bekomme, entschädigt aber schnell dafür und ist mindestens genauso spektakulär.

Es ist nicht viel los an diesem windigen und kühlen Frühlingsabend.
Neben mir fotografieren ein paar Influencer oder die, die es vielleicht werden wollen.

Ein paar Leichtsinnige klettern mit den Händen in den Taschen an mir vorbei über die Absperrungen und balancieren recht nah an den Kanten der Felsen herum.

Ich halte das für eine Mischung aus grob fahrlässig und dumm. Und hoffe zumindest, dass sie wissen, was sie tun.

Ein paar Schritte weiter komplettieren einige Gräser, Halme und Sträucher das perfekte Sunset-Bild und den weiten Blick auf das offene Meer.

Das ist einer dieser Ausblicke, Orte und Momente, die ich Mallorca nie zugetraut hätte.
Ich atme tief durch und wünsche, dass diese Atmosphäre und Stimmung eine Weile anhält.

PERFEKTER ABSCHLUSS IN PALMA

Nach dem Sonnenuntergang nutze ich die Gelegenheit noch einmal und fahre nach Palma, um dort die ruhige Abendstimmung zu genießen und etwas zu Essen.

Das Abendessen im Hotel lasse ich dafür ausfallen.

Belohnt werde ich mit einem einsamen Spaziergang vor der beleuchteten Kathedrale und einem Restaurant-Besuch im Mar de Nudos Mediterranean & Japanese Cuisine.

Den perfekten Abschluss des Tages bringt ein Besuch der Bar 49 Steps Bar & Grill über dem Restaurant mit Blick auf den Hafen und die Kathedrale von Palma de Mallorca.

Good to know

WAS IM FRÜHLING AUF MALLORCA MÖGLICH IST – UND WAS NICHT.

Wer im März/April einen Badeurlaub bei 20 Grad oder mehr plant, ist auf Mallorca vermutlich falsch.

Mit etwas Glück kann das gelingen, ist aber eher nicht die Regel. Das Meer ist zu kalt und hat auch nicht die gleiche Farbe, wie im Sommer. Die Pools sollte schon beheizt sein, wenn man nicht gern bei unter 10° Celsius schwimmt.

Es pfeift am Abend ein Wind vom Meer, es kann Regnen und auch nachmittags kann es schon mal richtig windig werden.

Dafür kann man ausgiebige Strandspaziergänge machen. Radtouren sind auch sehr beliebt.

Sehr gut eignet sich in dieser Jahreszeit ein Städtetrip nach Palma.
Die Stadt hat einiges zu bieten und ist dann nicht annähernd so überlaufen, wie im Sommer.

Manchmal (v.a. abends) hat man den Park an der Kathedrale sogar fast für sich allein.

Ein Road Trip ist auch eine sehr gute Idee, um mal die Vielseitigkeit der Insel kennenzulernen.

Manche Orte, die man aus dem Sommer kennt und liebt, lohnen sich zu dieser Jahreszeit allerdings weniger bis nicht.

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