Glasgow Intro

Glasgow war für mich nur kurze Durchgangsstation von Dublin nach Edinburgh.

Ein paar Highlights konnte ich mir in den paar Stunden aber anschauen.

Am Abend komme ich bei trübem Wetter in Glasgow an.

Die Stadt am Clyde River macht bei diesem tristen Wetter keinen besonders einladenden Eindruck auf mich. Ich bin aber auch nicht in bester Verfassung, weil ich vorher schon ein paar Tage unterwegs gewesen und nun ziemlich müde bin.

Das kann am düsteren Licht liegen. Oder an ein paar merkwürdigen Gestalten, die um den Hauptbahnhof herumlungern.

Auch mein Hostel ist beim Cozy-Faktor weit von den Alternativen in Edinburgh entfernt.
Edinburgh und Glasgow zu vergleichen, wäre aber auch völlig unangebracht.
Zu verschieden sind die beiden schottischen Städte.

Edinburgh ist im Zentrum grün, weitläufig und die mittelalterliche Festung thront über der Stadt.

Glasgow ist im Zentrum rau, eng und mehr Business-Metropole als bezauberndes georgianische und mittelalterliches Ambiente, wie man es aus der Hauptstadt kennt.

Es scheint eher ein Mix aus Arbeiterstadt und Bankenmetropole zu sein.

Dafür ist die Kultur- und Kunstszene in Glasgow stark vertreten.

Hier findet man die Scottish Opera, das Scottish Ballet, das National Theatre of Scotland einige renommierte Museen und die angesagteste Musikszene des Landes.
Zum Beweis war bei meinem Besuch gerade Pink in der Stadt.

Architektonisch eindrucksvoll sind einige moderne Bürotürme und ein paar Überbleibsel im viktorianischen und Jugendstil.

Die bekannte Architektur stammt aus der Zeit zwischen 18. und 20. Jahrhundert.
In dieser Zeit war die Stadt ein wohlhabendes Handels- und Schiffsbauzentrum und vor allem der Hauptbahnhof „Glasgow Central“ ist ein beeindruckendes Relikt aus dieser Zeit.

International bekannt ist Glasgow aber vor allem auch für seine Fußball-Klubs und deren Rivalität.

Einen Stadionbesuch bei den protestantischen Rangers oder den katholischen Celtics sollte man sich auf keinen Fall entgehen lassen.

Sights & Highlights

Central Station Glasgow

Der Hauptbahnhof von Glasgow ist ein mächtiges Gebäude und wurde Ende des 19. Jahrhunderts eröffnet. Die alte, riesige Bahnhofshalle ist eine der größten und schönsten, die ich bisher gesehen habe.

Auch von außen macht das Gebäude ordentlich Eindruck und zeigt noch einmal deutlich, welche Bedeutung Bahnreisen und Bahnhöfe damals gehabt haben.

Im Gegensatz zu den meist knapp kalkulierten Zweckbauten heutiger Bahnhöfe waren diese pompösen Konstruktionen gleichzeitig Ausdruck von Reichtum einer Stadt.

Direkt bei der Ankunft sollte man sehen an welch großartigem Ort man hier angekommen ist.

Riverside Museum von Zaha Hadid

Neben anderen bedeutenden Kulturinstitutionen und historischen Museen, gibt es seit 2011 das Riverside Museum in Glasgow.

Es wurde designt von dem Architektenbüro Zaha Hadid, die für ihre spektakulären Formen und Rundungen bekannt ist.

Das Riverside Museum hebt sich von den meist hellen, oft weißen Entwürfen von Zaha Hadid aber schon dadurch ab, dass es eine spektakuläre dunkle, fast schwarze Glasfassade hat.
Die Form ist hier genauso aufregend, wie einzigartig.

Das Museum liegt, wie der Name schon sagt, direkt am River Clyde.

Innen findet man ein Museum mit Sammlungen historischer Fahrzeuge und interaktiven Screens.
Die Fahrzeuge sind teilweise in historische Kontexte und passend gestaltete Räume eingebunden.

Tipp: Alle Museen in Glasgow sind übrigens kostenlos. Das heißt: Nicht nur im Riverside Museum ist der Eintritt frei.

Stadiontour Celtic Park

Eine andere Art Museum befindet sich im Celtic Park.
Einem der beiden bekanntesten Stadien der schottischen Hafenstadt.

Die Heimstätte des katholischen Fußballklub Celtic Glasgow ist eins der beliebtesten und lautesten Stadien – nicht nur in Schottland.

Die engen Tribünen, die Nähe zum Spielfeld und die heißblütigen Fans sorgen vor allem bei den hitzigen Derbys gegen den Lokalrivalen Glasgow Rangers immer für eine unverwechselbare Atmosphäre.

Beim Eintritt ins Stadion bekommt jeder Besucher einer Stadiontour seinen oder ihren „Pass to Paradise“. Damit auch klar ist, wo man sich hier tatsächlich befindet.

Erwartet hier aber keine Multimedia-Show mit schnell hintereinander geschnittenen Toren und besten Szenen der Superstars des Clubs.

Das überlässt man lieber den (neu-)reichen Clubs auf der größeren Nachbarinsel oder einigen iberischen und katalanischen Vereinen auf die hier nicht näher eingegangen werden soll.

Durch das Innere des Stadion führte bei ein sehr netter und genauso ruhiger älterer Herr namens Brian.

Wenn möglich, versucht auch bei ihm die Tour zu machen.

Mit einem tiefen Detailwissen über den Club, seine Geschichte und die Pokale des Vereins leitet er die Stadiontour zwischen pastoraler Güte und diebischer Freude.

Achtung Spoiler: Neben vielen Anekdoten und Sticheleien gegenüber dem Lokalrivalen Rangers erreicht Brian den Höhepunkt, wenn er über Celtics Gewinn beim Queen’s Coronation Cup 1953 spricht.

Bei dem einmaligen Fußballturnier zu Ehren der Krönung der protestantischen Queen gewann ausgerechnet der Katholische Klub den Pokal.

Zur Stadiontour gehört neben der Schatzkammer mit all den Pokalen auch die Umkleidekabine der Spieler, die bekanntlich fast noch ein bisschen Heiliger ist, als der Trophäenschrank.

Durch einen extrem engen Spielertunnel gelangt man zum Ende der Führung dann aufs Spielfeld und darf sogar den Heiligen Rasen berühren – wenn auch leider nicht darauf spielen.

Ein paar Reihen darüber im V.I.P.-Bereich kann man sich auch die alten Ledersitze anschauen, wo die Schottische und internationale Prominenz die Spiele verfolgt.

In der Saison 2012/13 konnte man hier Rod Steward vor Glück weinen sehen als die Celtics hier den großen FC Barcelona mit 2:1 besiegten.

Graffiti & Streetart

Nicht nur die Hochkultur in historischen Museen ist in Glasgow stark vertreten.

Man findet an vielen Ecken auch extrem gelungene Graffitis an den Häuserfassaden.

Berühmte Sportler, genau wie überdimensionale Rotkelchen.
Und auch viele andere spektakuläre und riesige Wall Paintings schmücken einige Häuserfassaden von Glasgow.

Unterkunft

Hostel

Meine Unterkunft in Glasgow war etwas merkwürdig und nicht besonders einladend.
Vor allem im Vergleich zu den beiden sehr stylischen und gemütlichen Alternativen in Edinburgh konnte es nicht mithalten.

Vorher schien es ein Hotel gewesen zu sein. Die Lage ist zwar gut.

Und die Zimmer haben immerhin ein paar praktische Accessoires. An jedem Bett sind Ablagen, Steckdosen und Ladegeräte sowie kleine Nachtlampen angebracht.

Alles aber nachträglich hinzugefügt und irgendwie lieblos eingerichtete Zimmer.

Praktisch ist, dass Bad und Dusche direkt im Zimmer und nicht auf dem Flur sind.
Das Gemeinschaftsbad muss man sich nur mit der Zimmerbelegung teilen.

Die Hoch-Betten sind aber nur so semi bequem.

Die Lage ist gut. Nur wenige Gehminuten von der Central Station entfernt und ziemlich zentral gleich am Fluss Clyde gelegen.

Anreise und How to get around?

 

Glasgow ist gut und günstig mit dem Flugzeug erreichbar.

Über England erreicht man Glasgow aber auch mit anderen Verkehrsmitteln ohne Flugzeug.

 

Edinburgh ist ca. 1 Stunde mit der Bahn entfernt.

Möchte man von Glasgow nach Edinburgh mit dem Zug fahren, sollte man unbedingt beachten, dass die Schnellzüge nicht von der Central Station abfahren, sondern von Glasgows zweitem großen Bahnhof „Glasgow Queen Street“ abfahren.

Food & Drinks

Bill’s Glasgow Restaurant

Bei meinem kurzen Aufenthalt in Glasgow habe ich bei Bill’s gefrühstückt.

Ich habe mich auf ein schönes, typisch britisches Breakfast gefreut.

Das Restaurant ist ziemlich gut bewertet, die Location ist wirklich lässig eingerichtet. Nur leider war mein Frühstück nicht so erfreulich, wie erhofft. Geschmacklich war es (nett ausgedrückt) nur so la la.
Die Avocado hatte viele braune Stellen. Und insgesamt war das Frühstück mit gut 25 EUR mit Kaffee und O-Saft viel zu teuer – nicht nur bei der Qualität.

Schade, weil die Location sonst wirklich einen guten Eindruck macht, lässig und schön eingerichtet ist.
Vielleicht haben sie dort oder ich auch einfach nur einen schlechten Tag gehabt.

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